Alice Buzdugan, M.A.

Alumna der Graduiertenschule

Kontakt

Landshuterstr. 4
93047 Regensburg
Tel.: +49 (0)941 / 943 - 5360
E-Mail

Promotionsprojekt

Stadtliteratur der Zwischenkriegszeit in Rumänien zwischen nationaler Propaganda und Kulturphilosophie [abgeschlossen]

Die Stadt als Schauplatz kultureller Neuerungen oder Kollisionen nimmt auf dem Gebiet des sogenannten "Großrumänien" in der Zwischenkriegszeit eine gewichtige Rolle im literarischen Leben ein: Die Stadt gilt als Schlüsselbegriff für neu konstruierte Nationalbilder, trägt in ihrer literarischen Aufarbeitung eine neue Definition des Menschen, der Kultur und der Gesellschaft und ist zugleich der Ort, von dem aus die neuen Ansichten auch politisch verbreitet werden. Eine normative Debatte über die Ausrichtung der Städte als multikulturell oder mononational beginnt; daran beteiligt sich auch die deutschsprachige Minderheit, da sie das Stadtbild zahlreicher Ortschaften, vor allem in Siebenbürgen, geprägt hat. Wie verhandelt die traditionsreiche deutschsprachige Minderheit ihre Identität in dieser modernen urbanen Umgebung? Welche Lösungen bietet die moderne ‚rumäniendeutsche‘ Literatur für die gefürchtete Enthumanisierung in der Stadt? Welche ästhetischen Mittel setzen die Autoren ein, um die moderne Erfahrung rumänischer Großstädte zu vermitteln und was für ein kulturpolitisches Programm steht dahinter? Wie konstruieren die Autoren, die meistens auch politisch aktiv waren, eine einheitliche nationale Identität, wenn sie nicht nur auf dem regionalen, sondern auch auf dem deutschen Buchmarkt erfolgreich sein wollten? Aus dem umfassenden Kontext werden zwei Fallstudien hervorgehoben: ein deutschsprachiger Autor aus dem rumänischen ‚Altreich‘ mit Migrationshintergrund und ein deutscher Autor aus Siebenbürgen. Beide gehörten zu den bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellern aus Rumänien und waren auch Meinungsträger im politischen und kulturellen Bereich.

Siehe auch die Projektskizze in Newsletter Nr. 10, Sommersemester 2018, der Graduiertenschule

Curriculum Vitae

Geburtsort: Bukarest. Nach ihrem Germanistikabschluss an der Universität Bukarest im Jahr 2007 absolvierte Alice Buzdugan in Regensburg den Masterstudiengang Ost-West-Studien (Oktober 2007 – Mai 2010). Die Schwerpunkte in Komparatistik und Minderheitenliteraturen in Südosteuropa baute sie als wissenschaftliche Hilfskraft im Slowenischen Lesesaal und durch die mehrmonatige Mitarbeit als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas aus. Von April 2011 bis Februar 2018 promovierte sie in Komparatistik. Das Promotionsprojekt wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zwischen 2012 und 2015 mit einem Immanuel-Kant-Stipendium gefördert. Aktuell arbeitet sie an einem neuen Postdoc-Projekt, das ebenfalls komparatistisch ausgerichtet ist.

Publikationen

Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden

Oskar Walter Ciseks Imaginationen über die Stadt zwischen Text-Rand und "aufmerksamem Blick". In: Stefan Sienerth / Maria Irod / Horatiu Decuble / Orlando Grossegesse (Hgg.): "Kultivierte Menschen haben Beruhigendes…" Festschrift für George Guţu. GGR-Beiträge zur Germanistik, Bukarest 2014, S. 282-295.

Neuer Ansatz zur Erforschung von Minderheitenliteraturen. Zu Jürgen Joachimsthalers Werk: Text-Ränder. Die kulturelle Vielfalt Ostmitteleuropas als Darstellungsproblem deutscher Literatur. In: Spiegelungen. Zeitschrift für
deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas, 1/2013, S. 47-51.

Norman Manea și estetica clovnescă. In: Vatra 5-6/2011, S. 68-70.

Individuum und Gesellschaft im kommunistischen Rumänien. Norman Maneas Symbol des Dummen August. In: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik 1-2/2010, S. 173-185.

Weitere Veröffentlichungen

Rumäniendeutsche Literatur und Biographien. Workshop an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 15.-16.11.2016 [Tagungsbericht], in: Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas 1/2017, S. 147-149.

Vorträge (Auswahl)

2018

"Autonome Ästhetik, Poetik und Nationalsozialismus in der Prosa von Adolf Meschendörfer" (V. Jahrestagung des Forschungszentrums für Deutsch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, 27.-29.09.2018).

"Metropole als Textstruktur? Die fiktionale Darstellung Bukarests bei Oscar Walter Cisek" (XI. Internationaler Kongress der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, 3.-7.06.2018).

2017

"Nationale Ästhetik' und Propangada in der 'rumäniendeutschen' Literatur der Zwischenkriegszeit" (IV. Jahrestagung des Forschungszentrums Deutsch in Mittel-, Südost- und Osteuropa, 5.-7.10.2017).

2012

"Oskar Walter Ciseks Imaginationen über die Stadt zwischen Text-Rand und aufmerksamem Blick" (IX. Kongress der Germanisten Rumäniens, Bukarest, 04.-07.06.2012).

2011

Vorstellung des Promotionsprojektes (11. Internationales Graduiertenkolloquium zur deutschen Kultur- und Beziehungsgeschichte im Donau-Karpatenraum, Bad Kissingen, 30.10.-02.11.2011).

Alice Buzdugan, M.A.