Henriette Reisner, M.A.

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Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Ludwig-Maximilians-Universität München
Maria-Theresia-Straße 21
D-81675 München
Tel.: +49 (0)89 / 2180 - 9592

Promotionsprojekt

Von Propaganda bis Poesie. Der frühe Sowjetische Animationsfilm im Spiegel politischer und ästhetischer Debatten

Das Promotionsprojekt untersucht am Beispiel des Sowjetischen Animationsfilms das Wechselspiel zwischen der ideologischen Doktrin des Sozialistischen Realismus und dem jeweils individuellen Schaffensprozess. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Produktionen der 1920er und 1930er Jahre als Phase des Umbruchs und der allmählichen Etablierung des Sozialistischen Realismus, in der sich das Animationskino vom Experimentierfeld zur Agitationsplattform für politische Inhalte und schließlich zum Unterhaltungsgenre für Kinder entwickelt. Ziel ist es, unter Berücksichtigung internationaler ästhetischer Einflüsse und Korrelationen die unterschiedlichen Entwicklungslinien in ihrer medialen und politischen Dimension aufzuzeigen. Dabei geht es neben denjenigen Werken, die durch bewusst partizipative künstlerische Praktiken in einem offensichtlichen Wechselverhältnis stehen, auch und vor allem um solche Produktionen, die erst in einem Rückschritt, sei es durch den Kampf mit der Zensur oder durch bestimmte Rezeptionsprozesse, in diesen Kontext gerückt werden. Es stellt sich die Frage, inwiefern dem Russischen Animationsfilm als intermedialem Genre, geboren aus dem experimentellen Geist der 1910er und 1920er Jahre, mit seinen vielen Ausprägungen und Facetten, eine besondere Rolle im Spiel zwischen politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Kräften zukommt, und inwiefern sich möglicherweise die künstlerischen Verfahrensweisen und Strategien auf dieses Spiel übertragen lassen.

Siehe auch die Projektskizze in Jahresbericht 2016 der Graduiertenschule

Curriculum Vitae

2003-2010 Studium der Slawistik und Neueren deutschen Literatur in Berlin und Moskau. 2006 Go East Stipendium des DAAD. 2010 Magister Artium an der Humboldt-Universität Berlin mit der Arbeit "Von Zwischenräumen und Zwischentönen. Zur Poetik des Films bei Jurij Norštejn". Seit Dezember 2012 an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der LMU München.

Henriette Reisner, M.A.