Katalin Tóth, M.A.

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Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Ludwig-Maximilians-Universität München
Maria-Theresia-Straße 21
D-81675 München
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Promotionsprojekt

»I love Budapest. I bike Budapest?« Eine kulturwissenschaftliche Analyse des urbanen Radfahrens in der ungarischen Hauptstadt (1983-2013)

Das Projekt untersucht den Wandel des Radfahrens im Stadtleben und der Verkehrspolitik in Budapest in dem Zeitraum von 1983 bis 2013 aus einer zeitgeschichtlichen Perspektive. Fahrradfahren wird in den Zukunftsbildern städtischer Mobilität immer mehr Bedeutung zugemessen, deshalb ist ihr Verständnis in jeweiligen Stadtkontexten essenziell. Die Ansätze der Mobilitätsforschung führen eine kritische Neubewertung der Geschichte der Motorisierung in Städten durch. Einschlägige Forschungen zum Radfahren fokussieren sich auf nord- und westeuropäische Städte. Es ist auffallend, dass Städte aus dem ehemaligen Ostblock nie Aufmerksamkeit bekommen. Trotzdem scheint in Anbetracht der politischen Umbrüche in den letzten Jahrzehnten in diesen Gesellschaften gerade die innerstädtische Mobilität ein besonders geeignetes Feld für die Erforschung der sich verändernden Machtverhältnisse zu sein. Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet: Wie hat sich der Stellenwert des Radfahrens in Budapest in der Periode von 1983 bis 2013 verändert? Demnach lässt sich diese Veränderung als eine Wechselwirkung zwischen Stadt- und Verkehrspolitik und zwischen den Alltagserfahrungen im Verkehr und der kulturellen Repräsentationen des Radfahrens lesen. Die Arbeit legt diesen Wandel anhand von drei Themenbereichen des urbanen Radfahrens dar: seine Politisierung im Stadtleben durch gesellschaftliche Akteure; sein verkehrstechnisches Verständnis und die räumliche Einordnung im Stadtraum; schließlich seine kulturelle Bedeutung in ausgewählten urbanen Szenen.

Siehe auch die Projektskizze in Jahresbericht 2012/13 der Graduiertenschule

Betreuerin: Prof. Dr. Marie-Janine Calic

Curriculum Vitae

Geboren in Budapest, Ungarn. 2002-2009 Studium der Fächer Germanistik und Volkskunde an der Eötvös-Loránd-Universität Budapest. 2009-2011 Studium der Europäische Ethnologie/Interkulturelle Kommunikation im Hauptfach mit dem Nebenfach Geschichte Ost- und Südosteuropa im Rahmen des Elitestudiengangs Osteuropastudien an der LMU München. 2010 bis 2012 Hilfskraftstelle im Verbundprojekt Objekte des Energiekonsums am Deutschen Museum. Seit Dezember 2012 Doktorandin an der Graduiertenschule Ost- und Südosteuropastudien an der LMU München.

Publikationen

Aufsätze

Budapest: Reviving the Bicycle Lifestyle. In: Oldenziel, Ruth; Emanuel, Martin; A. de la Bruheze, and Frank Veraart (Hrsg.): European Cycling Cities: Hundred Years of Police & Practice, Amsterdam 2016, S. 160-171, 240-241, 250-251.

„Memento 1944”. Opferdiskurs der Ungarn in der Vojvodina. In: Moser, Johannes et al. (Hrsg.): Münchner Beiträge zur Volkskunde, Bd. 42, 2015, S. 337-352.

Schick, kritisch, cool? Urbane Fahrradkultur in Budapest. In: Alzheimer, Heidrun et al (Hrsg.): Jahrbuch für Europäische Ethnologie, Dritte Folge 8, 2013, S. 341-352.

Im Dickicht der Moderne. Monsieur Hulot gegen den Zeitgeist. In: Kultur & Technik, 1/2012, S. 21-23.

Klímagyilkos hűtőszekrény? Az energiafogyaszás tárgyai a Deutsches Museumban [Klimakiller Kühlschrank? Objekte des Energiekonsums im Deutschen Museum]. In: Magyar Múzeumok Online, 20.09.2010, <http://www.magyarmuzeumok.hu/targy/41_klimagyilkos_hutoszekreny>.

Rezensionen

Ágnes Tóth, Bárdi Nándor (Hg.): Asszimiláció, integráció, szegregáció. Párhuzamos értelmezések és modellek a kisebbségkutatásban (Tér és terep, 8.) [Assimilierung, Integration, Segregation. Parallele Deutungen und Modelle in der Minderheitenforschung. (Raum und Feld, 8)]. Budapest: Argumentum 2011. 381 S. In: Jahrbuch für deutsche undosteuropäische Volkskunde. Bd. 53, 2012, S. 223-228.

Margit, Feischmidt (Hg.): Etnicitás. Különbségteremtő társadalom [Ethnizität. Soziale Konstruktion von Differenzen], Budapest: Gondolat – MTA Kisebbségkutató Intézet, 2010, 441 S. In: Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde. Bd. 52, 2011, S. 238-243.

Tagungsbericht

Zus. mit Simone Stirner: Deified – Damned – Depleted. Energy as Resource, Symbol and Consumer Good. München: Technische Universität München (TUM); Deutsches Museum (DM) München; Rachel Carson Center, München, 20.01.2011-22.01.2011. In: H-Soz-u-Kult, 07.04.2011, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3603>.

Vorträge

06.03.2015
DIY für eine bessere Stadt: Beispiele einer Fahrrad-Manufaktur und einer Fahrradreparatur aus der Budapester Fahrradkultur, Workshop DO IT! Yourself?! Universität Wien, Institut für Europäische Ethnologie.

18.03.2015
The Invisible Cyclist and the History of Mobility in Budapest, 1930-2010, Workshop “Cycling Cities”, Eindhoven, University of Technology.

02.07.2013
“I love Budapest, I bike Budapest?” An Anthropological Contribution to the Study of Urban Cycling Cultures in post-Socialist Cities, 11th Congress of the International Society for Ethnology and Folklore, Estonia, Tartu.

25.09.2012
Schick, cool und kritisch? Urbane Fahrradkultur in Budapest, Jahrestagung der Görres-Gesellschaft, Münster.

03.09.2012
Understanding Cycling in Budapest, Symposium Cycling and Society, University of East London.

Katalin Tóth, M.A.