Dr. Katharina Anna Aubele

Alumna der Graduiertenschule

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Promotionsprojekt

Das Engagement vertriebener Frauen in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland in kirchlichen Institutionen, Vertriebenenverbänden und Politik [abgeschlossen]

Das Forschungsvorhaben verband frauen- und kulturgeschichtliche Fragestellungen und widmete sich den Lebenswelten und politischen Handlungsmöglichkeiten vertriebener Frauen nach ihrer Ankunft in den Westzonen beziehungsweise der Bundesrepublik Deutschland bis Ende der 1960er-Jahre.

Ausgangspunkt war der Umstand, dass die Vertreibung weitgehend eine spezifisch weibliche Erfahrung war. Von der Forschung wurden die Heimatvertriebenen bislang nur unter regionalen Gesichtspunkten untersucht, entweder gegliedert nach ihren Herkunfts- oder nach ihren Ansiedlungsgebieten in der Bundesrepublik. Hier setzt das Dissertationsprojekt an, indem es in Abkehr von geographischen Gesichtspunkten gezielt die Wahrnehmungen und das Wirken vertriebener Frauen untersuchte.

Die (Gewalt-)Erfahrungen von Flucht und Vertreibung waren für die Frauen prägend und wurden zu einem alles auf sich beziehenden und beeinflussenden Schlüsselerlebnis ihrer Biographien. Sie ermöglichten ihnen jedoch auch eine verstärkte Identifizierung sowie ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, grenzten sie aber gleichzeitig zu den Frauen der Aufnahmegesellschaft ab. Die Freundes- und Bekanntenkreise waren häufig auf andere Vertriebene beschränkt.

Die Beweggründe und die Entwicklung von Engagement und Aktivitäten vertriebener Frauen wurden sowohl auf politischer und religiös-institutioneller Ebene als auch im privaten Bereich untersucht, indem u.a. die Selbstbeschreibung der Frauen sowie die zeitgenössische Außensicht auf sie rekonstruiert wurden.

Förderung

  • Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: Förderprogramm „Erinnerung und Identität. Die Deutschen und ihre Nachbarn in Mittel- und Osteuropa“ (April 2011 bis Dezember 2013)
  • FAZIT-Stiftung: Abschluss-Stipendium (2014)

Curriculum Vitae

2004-2010 Studium der Geschichte Ost- und Südosteuropas, der Neueren und Neuesten Geschichte und der Volkswirtschaftslehre an der LMU München sowie an der Staatlichen Immanuel-Kant-Universität Kaliningrad. Herbst 2010 bis Frühjahr 2011 Mitarbeit im Collegium Carolinum, der Forschungsstelle für die Böhmischen Länder. Von Oktober 2011 bis Frühjahr 2015 Kollegiatin des deutsch-polnischen Promotionskollegs „Polen und Deutschland im modernen Europa“ und zwischen Dezember 2012 und Frühjahr 2015 assoziierte Doktorandin der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien. 2015 Promotion zum Engagement vertriebener Frauen in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland (betreut von Prof. Dr. Martin Schulze Wessel). 2015 bis 2017 Wissenschaftliches Sekretariat der deutschen Sektion der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission. 2017-2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Berufspädagogik der Technischen Universität München (TUM).

Auszeichnungen

  • Förderpreis für Wissenschaft der Sudetendeutschen Landsmannschaft (2017)
  • Adolf-Klima-Preis der Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste (2011)

Funktionen und Mitgliedschaften

  • Arbeitskreis historische Frauen- und Geschlechterforschung (AKHFG)

Publikationen

Monografien

Vertriebene Frauen in der Bundesrepublik Deutschland: Engagement in Kirchen, Verbänden und Parteien 1945–1970. Göttingen 2018 (= Band 138 der Veröffentlichungen des Collegium Carolinum).

Weitere Veröffentlichungen

Tagungsbericht: Krieg und Stadt im 20. Jahrhundert. Jahrestagung der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission, 25.09.2015–26.09.2015 Košice. In: H-Soz-Kult, 03.05.2016

Rezensionen

Antikomplex und Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte, Universität Augsburg (Hgg.): Sudetské příběhy. Vyhanci-starousedlíci-osílenci/Sudetengeschichten. Vertriebene-Alteingesessene-Neusiedler. Tiskárny Havlíčkův Brod, a. s., Praha 2010. In: Bohemia 50/2 (2010), S. 439-441.

Mathias Beer: Flucht und Vertreibung der Deutschen. Voraussetzung, Verlauf, Folgen, München 2011. In: Jahrbücher für die Geschichte Osteuropas.