Aktuelle Aktivitäten

Die Studiengruppe „Literatur – Narrativität – Diskurs“ der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien beschäftigt sich derzeit mit der Frage, wie die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und an andere historische Ereignisse des 20. Jahrhunderts in der aktuellen Literatur jüngerer osteuropäischer Autoren bearbeitet wird. Welche Erzählformen finden sie für Ereignisse der Vergangenheit, die sie nicht selbst erlebt haben und deren Zeugen größtenteils nicht mehr leben? Wie schreiben sie aus heutiger Perspektive über den Zweiten Weltkrieg, über den Stalin’schen Gulag, über den Holocaust, über Hunger und Vertreibung? Wie reflektieren und fiktionalisieren sie Themen, über die bereits viel geschrieben, aber auch viel geschwiegen wurde und die teilweise immer noch Mienenfelder öffentlicher Debatten darstellen?

Um diesen Fragen nicht nur im stillen Lektürekämmerlein nachzugehen, wurde in Kooperation mit dem Institut für Slavische Philologie der LMU München 2016 die Lesungsreihe „Auf den Spuren der Geschichte(n). Postsozialistische Erinnerungen in zeitgenössischen osteuropäischen Literaturen“ ins Leben gerufen.

Im Rahmen dieser Reihe waren bislang folgende Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu Gast:

  • Sergej Lebedew
    "Erinnerungslandwschaften - Spurensuchen. Die Schatten des Gulag". Lesung und Gespräch am 23. Mai 2016 im Literaturhaus München (Siehe dazu das Interview mit dem Autor im Weblog Erinnerungskulturen)

  • David Jan Žák
    "Erinnerung durch Fiktion. David Jan Žák und der König des Böhmerwaldes". Lesung und Gespräch am 20. Oktober 2016 im Tschechischen Zentrum München

  • Marica Bodrožić
    "Das Wasser unserer Träume". Lesung und Gespräch am 26. Januar 2017 im Literaturhaus München