Ana-Teodora Kurkina, M.A.

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Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Universität Regensburg
Landshuter Str. 4
D-93047 Regensburg
Tel: +49 (0)941 / 943 - 5487
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Promotionsprojekt

Die Intelligenzija im Exil. Bulgarische revolutionäre Emigration in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Projekte für eine Balkan-Föderation.

Die Forschung rekonstruiert die miteinander verbundenen Wege und Schicksale der bulgarischen Emigration in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit besonderem Fokus auf Einzelschicksalen und Beziehungen sowie auf die staats- und nationsbildenden Ideen der Emigranten zur Neugestaltung des Balkans. Auf den Spuren von Ideentransfers und der Entwicklung sozialer Netzwerke auf dem Balkan versuche ich herauszufinden, wie die Mobilität der Emigranten sowie die politischen und sozialen Gründe, die sie ins Exil getrieben haben, ihre politische Vorstellungskraft beeinflussten und es ihnen ermöglichte, großangelegte föderale Schemata zu schaffen.

Da ihre Identität als regional gebunden betrachtet werden kann, stellen die bulgarischen Emigranten ein perfektes Beispiel für eine vereinte Gruppe als auch für einzelne Individuen dar, die ein kompliziertes System sozialer Verbindungen auf- und ausbauen. Ziel der Forschung ist es, die Wege der Emigranten aufzuzeigen und dabei ihre kollektive Lebensgeschichte zu erfahren, die sich auf Erfahrungen in der Gruppe, aber auch auf auf Einzelfällt stützt. Als ein Hauptthema wir die Idee der "Balkanföderation" und ihre Entwicklung angesehen, die nicht nur in den Kreisen von Rakovski und Karavelov aufgeworfen und ausgeführt wurde, sondern auch von serbischer und griechischer Seite betrachtet, diskutiert und gebilligt wurde und und gründlich von europäischen Kräften hinterfragt wurde.

Der Wiederaufbau der sozialen Netzwerke des Balkans in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird nicht nur beweisen, dass die außerordentlich engen Verbindungen zwischen den Nachbarstaaten ihre politischen und sozialen Pläne beeinflussen, sondern auch erklären, wie diese Netzwerke zukünftige Konflikte und Diskurse definieren und vorhersagen können.

Siehe auch die Projektskizze in Newsletter Nr. 9, Wintersemester 2017/18, der Graduiertenschule

Curriculum Vitae

Geb. in Moskau. Seit 2014 Doktorandin der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien in Regensburg. 2012/13 Master-Studium der Geschichte des südöstlichen Europas an der Central European University in Budapest, Ungarn, Titel der Abschlussarbeit: "The Problem of the Appurtenance of Dobruja Region, 1913-1940: Bulgarian and Romanian Methods of Claiming Rights Over the Territory". 2007-2012 Diplomstudium der Geschichte und Kunstgeschichte an der Staatlichen Universität Moskau in Russland.

Funktionen und Mitgliedschaften

Publikationen

Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden

Mobile Elites: Bulgarian Emigrants in the Middle of the Nineteenth Century and the Accommodation of Difference in the Balkans. In: Hungarian Historical Review 6 (3), S. 543-565.

Accommodating a Semi-Other: Federative Ideology and Statehood Claims of the Hungarian Political Emigrants, 1848-1867. In: Střed / Centre 8 (1), S. 76-108.

Anna Teodora Kurkina, Foto: Kathleen Beger