Dr. Anna-Dorothea Ludewig

Kontakt

Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Universität Regensburg
Landshuter Str. 4
93047 Regensburg
Tel.: +49 (0)941 / 943 - 5327

Forschungsprojekt

"Die jüdische Frau" – Verhandlungen von Weiblichkeit und Judentum in der (kultur-)zionistischen Literatur und Publizistik (Arbeitstitel)

Das Aufkommen der zionistischen Bewegung Ende des 19. Jahrhunderts bot insbesondere für Frauen zahlreiche Anknüpfungspunkte und gab Anlass zur Hoffnung, sowohl die jüdische als auch die weibliche Emanzipation vorantreiben zu können. Im Rahmen dieses Projekts wird aber weniger die tatsächliche (und bereits gut erforschte) Rolle der Frau innerhalb der zionistischen Bewegung untersucht, im Vordergrund steht vielmehr die Frage nach dem Bild, dem image, das in der (kultur-)zionistisch inspirierten Literatur verhandelt wird. Vor dem Hintergrund von Theodor Herzls einflussreicher Utopie Altneuland (1902), in der die tradierten zeitgenössischen Rollenbilder weitgehend unangetastet bleiben, werden zahlreiche literarische und publizistische Texte untersucht, dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Prager Zionismus und den Schriften des so genannten Prager Kreises.

Zentral für dieses Forschungsvorhaben sind Überlegungen zur Pathologisierung des jüdischen Körpers bzw. zum Begriff des (männlichen) Juden als Geschlechtskategorie sowie zur Verbindung von Misogynie und Moderneangst/-kritik.

Das Projekt ist Teil einer größeren Untersuchung zu Frauenbildern in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts.

Siehe auch die Projektskizze in Newsletter Nr. 10, Sommersemester 2018, der Graduiertenschule

Curriculum Vitae

seit 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien an der Universität Regensburg
2007 - 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam (beurlaubt)
seit 2017 Lehrbeauftragte an der Universität der Bundeswehr München
Sommer 2016 Visiting Scholar am Dartmouth College, NH (USA)
2007 - 2016 Geschäftsführerin der Gesellschaft für Geistesgeschichte (GGG)
seit 2012 Assoziiert am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg (ZJS) und Co-Leitung der Forschungsgruppe Literatur, Film, Künste, Musik und Medien (2013–2017)
2010 - 2011 Ausgewählte Teilnehmerin am hochschulübergreifenden ProFiL-Programm zur Führungskräfteentwicklung in der Wissenschaft der TU Berlin, der HU Berlin, der FU Berlin und der Universität Potsdam (ProFiL. Professionalisierung für Frauen in Forschung und Lehre: Mentoring – Training – Networking)
2007  Promotion (Dr. phil.) an der Universität Potsdam
2005 - 2007  Koordinatorin des Graduiertenkollegs "MAKOM. Ort und Orte im Judentum2 und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam, Lehrstuhl für Neuere Geschichte II (deutsch-jüdische Geschichte)
2004 - 2005 Stipendiatin des Graduiertenkollegs "Makom"
2003 - 2007 Kollegiatin des Graduiertenkollegs "Makom"
2002  Magister an der Universität Mainz
1998  Teilnahme an der Sommeruniversität der Ben Gurion-Universität in Beer-Sheva/Israel
1995 - 2002 Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Buchwissenschaft und Rechtswissenschaft u.a. an den Universitäten Bonn und Mainz

Funktionen und Mitgliedschaften

Publikationen

Monografien

Zus. mit Elke-Vera Kotowski / Hannah Lotte Lund: Zweisamkeiten. Zwölf außergewöhnliche Paare in Berlin, Berlin 2016.

Zus. mit Julia Bertschik / Michael Fürst / Elke-Vera Kotowski: Am I Dandy? Anleitung zum extravaganten Leben. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Schwulen Museum*, Berlin 2016.

Zwischen Czernowitz und Berlin. Deutsch-jüdische Identitätskonstruktionen im Leben und Werk von Karl Emil Franzos, 1847-1904, Hildesheim u.a. 2008.

Sammelbände und Themenhefte

Zus. mit Steffen Höhne (Hgg.): Goethe und die Juden – die Juden und Goethe. Beiträge zu einer Beziehungs- und Rezeptionsgeschichte. Berlin/Boston 2018.

Zus. mit Rafael Cardoso (Hgg.): Hugo Simon in Berlin. Handlungsorte und Denkräume. Berlin 2018.

Zus. mit Steffen Höhne / Julius H. Schoeps (Hgg.): Max Brod (1884-1968). Die Erfindung des Prager Kreises, Köln / Weimar / Wien 2016. 

Zus. mit Ulrike Brunotte / Axel Stähler (Hgg.): Orientalism, Gender, and the Jews. Literary and Artistic Transformations of European National Discourses, Berlin / Boston 2015.

Zus. mit Julius H. Schoeps (Hgg.): Eine Debatte ohne Ende? Raubkunst und Restitution im deutschsprachigen Raum. Überarbeitete und aktualisierte Neuauflage, Berlin 2014 (1. Auflage 2007).

Zus. mit Joachim H. Knoll / Julius H. Schoeps (Hgg.): Der Dandy. Ein kulturhistorisches Phänomen im 19. und 20. Jahrhundert, Berlin / Boston 2013. 

Im Anfang war der Mord. Juden und Judentum im Detektivroman, Berlin 2012 (unter Mitarbeit von Martin Breit, Ina Hünich, Rebecca Görmann und Alexander Schmidt).

Zus. mit Ines Sonder / Julius H. Schoeps (Hgg.): Aufbruch in die Moderne. Sammler, Mäzene und Kunsthändler in Berlin, 1880–1933, Köln 2012.

"… und handle mit Vernunft." Festschrift zum 20-jährigen Bestehen des Moses Mendelssohn Zentrums, hg. v. den Mitarbeitern des Moses Mendelssohn Zentrums, Hildesheim u.a. 2012.

Zus. mit Mark Gelber (Hgg.): Stefan Zweig als europäischer Denker, Hildesheim u.a. 2011. 

Zus. mit Paola Ferruta / Hannah Lotte Lund (Hgg.):Versteckter Glaube oder doppelte Identität? Das Bild des Marranentums im 19. und 20. Jahrhundert / Concealed faith or double identity? The Image of Marranism in the 19th and 20th centuries, Hildesheim u.a. 2011. 

Zus. mit Gideon Botsch / Joachim H. Knoll (Hgg.): Wider den Zeitgeist. Studien zum Leben und Werk von Hans-Joachim Schoeps (1909-1980), Hildesheim u.a. 2009. 

Zus. mit Julius H. Schoeps (Hgg.): Karl Emil Franzos: Eine Auswahl aus den Werken. Zwei Teile in einem Band. I: Kultur- und Reisebilder; II: Literaturhistorische Schriften und andere Feuilletons, Hildesheim u.a. 2008. 

Zus. mit Amy D. Colin / Elke-Vera Kotowski: Spuren eines Europäers. Karl Emil Franzos als Mittler zwischen den Kulturen, Hildesheim u.a. 2008.

Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden

Hugo Simons Netzwerke in Berlin und Paris. In: Anna-Dorothea Ludewig / Rafael Cardoso (Hgg.): Hugo Simon in Berlin. Handlungsorte und Denkräume. Berlin 2018, S. 11–20.

„Braut des hohen Liedes“. ‚Jüdinnenbilder‘ im Werk von Leopold von Sacher-Masoch // Images of Jewish Women in the Work of Leopold von Sacher-Masoch. In: Zagreber Germanistische Beiträge 26 (2017), S. 233–251. URL: https://hrcak.srce.hr/191789

Das Bild der Jüdischen Mutter zwischen Schtetl und Großstadt. In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 64 (1), 2012, p. 48–58.

"Der Totenschein als Entréebillet zum Paradies". Anmerkungen zum Bild des Märtyrers in der Moderne. In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 61 (1), 2009, p. 70–73.

"Schönste Heidin, süßeste Jüdin!" Die "Schöne Jüdin" in der europäischen Literatur zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert – ein Querschnitt. In: Medaon. Onlinemagazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung 3/2008, p. 1–15.

"Ein Vorhof zum Paradies." Das Czernowitz-Bild in der deutschsprachigen Literatur. In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 57 (4), 2006, p. 216–226.

"Hier oben in der Nähe des Polsternes ist die Einsamkeit zu Hause." Nelly Sachs (1891–1970) zwischen Berlin und Stockholm. In: Olaf Glöckner / Helmut Müssener (Hgg.): Deutschsprachige jüdische Migration nach Schweden. 1774 bis 1945, Berlin / Boston 2017, p. 201–215.

Die "Schöne Jüdin" Henriette – Selbststilisierung und Rezeption einer Berliner Salonnière. In: Hannah Lotte Lund / Ulrike Schneider / Ulrike Wels (Hgg.): Die Kommunikations-, Wissens- und Handlungsräume der Henriette Herz (1764-1847), Göttingen 2017, p. 247–260.

Zus. mit Anna-Carolin AugustinKunst und Leben. Die Sammlerinnen Felicie Bernstein und Margarete Oppenheim. In: Elke-Vera Kotowski (Hg.): Salondamen und Frauenzimmer. Selbstemanzipation jüdischer Frauen in zwei Jahrhunderten, Berlin / Boston 2016, p. 67–88.

"Tochter Zions" – Das literarische Frauenbild im Werk von Max Brod. In: Steffen Höhne / Anna-Dorothea Ludewig / Julius H. Schoeps (Hgg.): Max Brod (1884-1968). Die Erfindung des Prager Kreises, Köln / Weimar / Wien 2016, p. 103–115.

Between Orientalization and Self-Orientaliszation: Remarks on the Image of the "Beautiful Jewess" in Nineteenth- and Early-Twentieth-Century European Literature. In: Ulrike Brunotte / Anna-Dorothea Ludewig / Axel Stähler (Hgg.): Orientalism, Gender, and the Jews. Literary and Artistic Transformations of European National Discourses, Berlin / Boston 2015, p. 221–229.

Karl Emil Franzos und das deutschsprachige Kulturerbe in der Bukowina. In: Elke-Vera Kotowski (Hg.): Das Kulturerbe deutschsprachiger Juden. Eine Spurensuche in den Ursprungs-, Transit- und Emigrationsländern, Berlin / Boston 2015, p. 73–83.

Marranentum, Wissenschaft des Judentums und (deutsch-)jüdische Identität. In: Christina von Braun u.a. (Hgg.): Von der jüdischen Aufklärung über die Wissenschaft des Judentums zu den Jüdischen Studien. 1. Jahrbuch des Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, Berlin 2014, p. 99–114.

Fiktionale Authentizität und poetischer Realismus. Die literarische Annexion und Rezeption Galiziens am Beispiel der Ghettogeschichten von Karl Emil Franzos und Leopold von Sacher-Masoch. In: Paula Giersch / Florian Krobb / Franziska Schößler (Hgg.): Inklusion, Exklusion, Repräsentation. Diskursive Verortungen Galiziens als literarische Landschaft, Trier 2012, p. 137–153.

"Haben Sie wirklich Geld für diesen Dreck gegeben?" Die Sammlung Carl und Felicie Bernstein. In: Anna-Dorothea Ludewig / Julius H. Schoeps / Ines Sonder (Hgg.): Sammler, Mäzene und Kunsthändler als Wegbereiter der Moderne in Berlin 1880-1933, Köln 2012, p. 90–103.

Eine preußisch-jüdische Symbiose? Karl Emil Franzos in Berlin. In: Roland Berbig / Iwan-M. D’Aprile / Helmut Peitsch / Erhard Schütz (Hgg.): Berlins 19. Jahrhundert. Ein Metropolen-Kompendium, Berlin 2011, S. 63–73.

Zwischen literarischem Nationalismus und europäischer Kulturnation: Stefan Zweig und Karl Emil Franzos im Spiegel der Zeitschrift Deutsche Dichtung. In: Mark Gelber / Anna-Dorothea Ludewig (Hgg.): Stefan Zweig als europäischer Denker, Hildesheim u.a. 2011, p. 193–207.

Von der "Andacht zum Geringfügigen". Anmerkungen zur Entstehung und Entwicklung der Geistesgeschichte. In: Gideon Botsch / Joachim H. Knoll / Anna-Dorothea Ludewig (Hgg.): Wider den Zeitgeist. Studien zum Leben und Werk von Hans-Joachim Schoeps (1909-1980), Hildesheim u.a. 2009, p. 93–103.

"Eine glänzend ausgestattet Anthologie" – Karl Emil Franzos als Herausgeber der Zeitschrift Deutsche Dichtung. In: Amy D. Colin / Elke-Vera Kotowski / Anna-Dorothea Ludewig (Hgg.): Spuren eines Europäers: Karl Emil Franzos als Mittler zwischen den Kulturen, Hildesheim u.a. 2008, p. 169–182.

Von "Halb-Asien" nach "Halb-Europa": Karl Emil Franzos' Engagement für die russischen Juden im Kontext seiner Werkgeschichte. In: Sabine Hering (Hg.): Jüdische Wohlfahrt im Spiegel von Biografien, 2. erw. Aufl. Frankfurt/M. 2007, p. 160–173.

Ghettogeschichte und deutsch-jüdischer Identitätsdiskurs im 19. Jahrhundert am Beispiel von Karl Emil Franzos. In: Michal Kümper / Barbara Rösch / Ulrike Schneider / Helen Thein (Hgg.): Makom: Orte und Räume im Judentum, Hildesheim u.a. 2007, S. 215–220.

Von Zola zu Kafka. Die Dreyfus-Affäre im Spiegel der deutschsprachigen Literatur. In: Elke-Vera Kotowski / Julius H. Schoeps (Hgg.): "J’accuse ...! – Ich klage an!" Zur Affäre Dreyfus, Berlin 2005, p. 165–174.

Weitere Veröffentlichungen

"Female Gaze" – Weiblichkeit und Erotik im Werk von Charlotte Berend-Corinth. Kommentar zu einem unveröffentlichten Text von Charlotte Berend-Corinth. In: Renate Kroll / Susanne Gramatzki (Hgg.): Künstlerinnen schreiben. Ausgewählte Beiträge zur Kunsttheorie aus drei Jahrhunderten, Berlin 2017, S. 89–98.

"My light is your life." In: Emily D. Bilski / Martina Lüdicke (Hgg.): Golem. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin, Bielefeld u.a. 2016, S. 14.

Zus. mit Ulrike Schneider: Biographien jüdischer Frauen: "Erlöserin der Sprache"? Nelly Sachs zum 125. Geburtstag und zum 50. Jahrestag der Literaturnobelpreisverleihung. In: Medaon – Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung 10/2016, S. 1–5.

Zus. mit Steffen HöhneMax Brod. Die "Erfindung" des Prager Kreises. Bericht über eine internationale Konferenz in Prag, 26.-29. Mai 2014. In: Germanistisches Jahrbuch Tschechien – Slowakei 2014. Neue Folge 22 (1-2), 2014, S. 343–349.

Was Gurlitts Sammlung erzählt. In: Jüdische Allgemeine vom 12.12.2013.

Zus. mit Mathias Berek: Symbiose oder Holocaust – Zwischenstand einer schwelenden Debatte (Einleitung zum Themenschwerpunkt). In: Medaon. Onlinemagazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung 11/2012, S. 1–4. 

Im Anfang war der Mord. Juden, Judentum und Vorurteile im europäischen Detektivroman. In: Die WELT (Literarische Welt), 30.04.2010.

Moralische Verantwortung und politische Interessen. Kulturhistorische Anmerkungen zur Raubkunst-Debatte. In: Die WELT (Kunstmarkt), 01.03.2008. 

Zus. mit Miriam Stachat: Tagungsbericht der internationalen Konferenz "Eine Debatte ohne Ende? Raubkunst und Restitution im deutschsprachigen Raum." In: Zeitschrift für Kunst und Recht 9 (2), 2007, S. 56.

Mitarbeit am Lexikon Juden in Berlin, hg. v. Elke-Vera Kotowski, Berlin 2005.

Ausstellungen (Kuratorin)

Hugo Simon: Vom roten Bankier zum grünen Exilanten. Eine Ausstellung in der Brasilianischen Botschaft Berlin, 8.11.–15.12.2018.

Am I Dandy? Anleitung zum extravaganten Leben. Eine Ausstellung im Schwulen Museum* Berlin, 24.6.– 20.11.2016.

Ana-Dorothea Ludewig