Daniela Mathuber, M.A.

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Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Universität Regensburg
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93047 Regensburg
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Promotionsprojekt

„Na Moskve net carja.“ Das samozvanstvo als kulturelles Gedächtnis in der Geschichte Russlands

In meiner Dissertation erforsche ich das Phänomen der sogenannten Selbsternannten (russ. samozvanstvo) – d. h. das Auftreten falscher Zaren, Kaiserinnen und Kaiser, anderer Mitglieder der Dynastie oder auch falscher Heiliger und biblischer Gestalten – ausgehend von der Beobachtung, dass die Aneignung einer fremden Identität, die sich in der Interaktion zwischen einem samozvanec/einer samozvanka und (potenziellen) AnhängerInnen vollzog, nur erfolgreich sein konnte, wenn allen Beteiligten bekannt war, womit sie es zu tun hatten. Dadurch rückt die Weitergabe dieses Wissens und umgekehrt im weiten Sinn die Erinnerung an frühere Fälle von samozvanstvo in den Mittelpunkt. Mit einem Schwerpunkt auf Beispielen aus dem 17. und 18. Jahrhundert soll der Wissensbestand samt seiner Weitergabe zum einen theoretisch beschrieben werden, wobei das kulturelle Gedächtniss nach Jan und Aleida Assmann als Grundlage dient, zum anderen seine Besonderheiten als mündlich weitergegebener Inhalt untersucht und seine Funktion im öffentlichen Raum nachgezeichnet werden.

Curriculum Vitae

Bachelorstudien der Geschichte und Slawistik (Russisch) sowie Masterstudien der Osteuropäischen Geschichte und Allgemeinen Slawistik in Wien; 2015 Abschluss in Allgemeiner Slawistik mit der Masterarbeit Das Geschichtsbild in Vojna i mir, 2016 Abschluss in Osteuropäischer Geschichte mit der Masterarbeit Das samozvanstvo und seine Erscheinungsformen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert; seit 2016 Stipendiatin der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien

Publikationen

"Tolstoi war Russe, ganz Russe, nur Russe". Der Tod Tolstojs in der österreichischen Presse. In: Tiwald, Katharina (Hg.): Lev Tolstoj – Krieg und Frieden. Fiktion und Realität (Im Prisma Band 4). Wien/St. Wolfgang 2012, 21-28. [Dieser Beitrag entstand aus dem gleichnamigen Vortrag auf dem Symposium Krieg und Frieden – Fiktion und Realia (Wien und Mattersburg, 24./25. November 2010).]

Daniela Mathuber, M.A.