Dr. Jana Osterkamp

Kontakt

Collegium Carolinum e.V. – Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei
Leiterin der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe
Hochstraße 8 (2. Stock)
D-81669 München
Tel.: +49 (0)89 5526 060
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Forschungsprojekt

Vielfalt ordnen. Föderalismusvorstellungen in der Habsburgermonarchie und ihren Nachfolgestaaten

Die Habsburgermonarchie war im langen 19. Jahrhundert ein Laboratorium für föderale Ordnungsvorstellungen. Das Habilitationsvorhaben nähert sich diesem Phänomen über vier thematische Zugänge: Nation, Wirtschaft/Finanzen, Religion und Region.

Mit Blick auf die Heterogenität des Habsburgerreiches lautet die zentrale Frage: Was bedeutet Föderalismus für gesellschaftliche Vielfalt und welche Bedeutung hat umgekehrt gesellschaftliche Vielfalt für föderale Ordnungsvorstellungen? Dabei wird das integrative und befriedende Potential von föderalen Strukturen betont. Weder werden Föderalismusideen ausschließlich als zentrifugal-separatistisch, noch werden bestehende Ungleichheiten von vornherein als defizitär gedeutet. In den föderalen Ordnungsvorstellungen jener Zeit zeigt sich vielmehr ein mitunter überraschend modernes Herrschaftsverständnis. Auf überlappenden Loyalitäten und Identitäten aufbauende Sowohl-als-auch-Zugehörigkeiten der Staatsbürger waren ebenso Thema wie Ideen einer Integration durch Recht und Institutionen. Die geplante Föderalismusgeschichte leistet damit auch einen Beitrag zu der in neueren Forschungen aufgeworfenen Frage, warum das Habsburgerreich so lange bestehen konnte.

Für die Analyse wird auf politik- und rechtswissenschaftliche Ansätze zu Föderalismus in supranationalen Ordnungen und konzeptionelle Fragen nach Loyalität und Moderne zurückgegriffen. Sie stützt sich auf gedruckte Dokumente, Archivquellen sowie Reichsrats-, Landtags- und Verwaltungsprotokollen.

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Curriculum Vitae

seit 02/2018

Projektleiterin (gemeinsam mit Peter Becker) der D-A-CH Forschergruppe (DFG/FWF Österreichischer Wissenschaftsfonds) „Der Schreibtisch des Kaisers: Ort der Politik und Entscheidung in der Habsburgermonarchie? Franz Joseph I und dessen Kabinettskanzlei“

10/2016 - 09/2017

Vertretung des Lehrstuhls für Geschichte Ost- und Südosteuropas an der LMU München

2014

Feodor-Lynen Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Wien

09/2013 - 03/2014

Elternzeit

seit 2012

Leiterin der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe (DFG) "Vielfalt ordnen. Föderalismusvorstellungen in der Habsburgermonarchie und ihren Nachfolgestaaten" und kooptierte Postdoc der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien

seit 2009

Dozentin des Internationalen Graduiertenkollegs "Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts", München und Prag

seit 2007

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Collegium Carolinum – Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei an der LMU München

2011

Elternzeit

2010 - 2012

Mitglied des Forschungsschwerpunkts "Politische und kulturelle Loyalitäten" am Center for Advanced Studies (CAS) der LMU München

2004 - 2007

Doktorandin am Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte

1997 - 2003

Studium der Rechtswissenschaft mit Schwerpunkt Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie in Berlin (HU) und Prag

Funktionen und Mitgliedschaften

  • Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
  • Ehemaliges Vorstandsmitglied der Graduiertenschule Ost- und Südosteuropastudien (2012–2014)
  • Mitglied des Herder-Forschungsrats (seit 2017)
  • Beiratsmitglied der „ADMINISTORY. Zeitschrift für Verwaltungsgeschichte“ (seit 2015)
  • Korrespondierendes Mitglied des Hans Kelsen-Instituts, Wien (seit 2012)
  • Mitglied des Young Center des Center for Advanced Studies (CASY) der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), München (seit 2012)

Publikationen

Monografie

Verfassungsgerichtsbarkeit in der Tschechoslowakei (1920-1939). Verfassungsidee – Demokratieverständnis – Nationalitätenproblem. Frankfurt a.M. 2009.

Sammelbände und Themenhefte

Kooperatives Imperium. Politische Zusammenarbeit in der späten Habsburgermonarchie. Göttingen 2018 (= Bad Wiesseer Tagungen des Collegium Carolinum 39).

Zus. mit Martin Schulze Wessel (Hgg.): Exploring Loyalty, Göttingen 2017 (= Veröffentlichungen des Collegium Carolinum 136).

Vielfalt und Verteilung. Regionale, nationale und konfessionelle Verteilungsfragen in Europa. Historische Sozialkunde. Geschichte – Fachdidaktik – Politische Bildung 2, Wien 2015.

Zus. mit Joachim von Puttkamer (Hgg.): Sozialistische Staatlichkeit, München 2012 (= Bad Wiesseer Tagungen des Collegium Carolinum 32).

Zus. mit Oliver Brupbacher / Nadine Grotkamp / Tilmann Roeder / Stefan Ruppert / David Sörgel (Hgg.): Erinnern und Vergessen, München 2007.

Zus. mit Renate Schulze (Hgg.): Kirche und Sozialismus in Osteuropa, Wien 2006.

Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden (Auswahl)

Ein Reich ohne Eigenschaften? Das Erbe föderaler Ideen in den „Nachfolgestaaten“ der Habsburgermonarchie. In: Helmut Rumpler / Ulrike Harmat (Hgg.): Die Habsburgermonarchie 1848–1918, Bd. XII: Bewältigte Vergangenheit? Die nationale und internationale Historiographie zum Untergang der Habsburgermonarchie als ideelle Grundlage für die Neuordnung Europas, Wien (im Druck).

Kooperatives Imperium. Eine neue Perspektive auf Anspruch und Wirklichkeit imperialer Herrschaft. In: Jana Osterkamp (Hg.): Kooperatives Imperium. Politische Zusammenarbeit in der späten Habsburgermonarchie, Göttingen (im Druck), S. 1-21.

Länderautonomie, Länderlobby, Ländergemeinschaft. Regionaler Eigensinn in Salzburg und Böhmen in der späten Habsburgermonarchie. In: Gerold Ambrosius / Christian Henrich-Franke / Cornelius Neutsch: Föderalismus in historisch vergleichender Perspektive. Bd. 6: Integrieren durch Regieren, Baden-Baden 2018, S. 369-388.

Konstitutionalismus in der Tschechoslowakei (1920–1941). Das Prager Verfassungsgericht zwischen Recht, Wissenschaft und Politik. In: Gerald Kohl / István Szabó (Hgg.): Staatsgerichtbarkeit in Mitteleuropa. Beiträge zur Tagung „Staatsgerichtsbarkeit in Vergangenheit und Gegenwart“, Budapest 2017, S. 69-84.

Zus. mit Martin Schulze Wessel: Exploring Loyalty. In: Dies. (Hgg.): Exploring Loyalty, Göttingen 2017 (= Veröffentlichungen des Collegium Carolinum 136), S. 1-16.

"Kooperatives Imperium": Loyalitätsgefüge und Reich-Länder-Finanzausgleich in der späten Habsburgermonarchie. In: Geschichte und Gesellschaft 42 (4), 2016, S. 592-620.

Zus. mit Martin Schulze Wessel: Texturen von Loyalität. Überlegungen zu einem analytischen Begriff. In: Geschichte und Gesellschaft 42 (4), 2016, S. 553-573.

Geschichte als Argument. Das Böhmische Staatsrecht als politischer Leitbegriff im 19. Jahrhundert. In: Střed/Centre 1/2016, S. 9-27.

Imperial diversity in the village. Petitions for and against the division of Galicia in 1848. In: Nationalities Papers 44 (5), 2016, S. 731-750.

Cooperative Empires. Provincial Initiatives in Imperial Austria. In: Austrian History Yearbook 47/2016, S. 128-146.

"Imagined Law" and "Imagined Communities". Confessional Collectives and their Ideas for a Federal Habsburg Partition of Galicia. In: Y. Kleinmann / St. Stach /T. Wilson (Hgg.): Religion in the Mirror of Law. Research on Early Modern Poland-Lithuania and its Successor States in the 19th and Early 20th Centuries, Frankfurt a.M. 2016 (= Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 280), S. 41-60.

Wasser, Erde, Imperium. Eine kleine Politikgeschichte der Meliorationen in der Habsburgermonarchie. In: Jörg Ganzenmüller / Tatjana Tönsmeyer (Hgg.): Vom Vorrücken des Staates in die Fläche. Ein europäisches Phänomen des langen 19. Jahrhunderts, Wien 2016, S. 179-198.

Equality at Stake. Legal and National Discourses on Family Law in Czechoslovakia 1918-1931. In: Sara L. Kimble / Marion Röwekamp (Hgg.): New Perspectives on European Women’s Legal History, London 2016, S. 97-121.

Föderale Schwebelage. Die Habsburgermonarchie als politisches Mehrebenensystem. In: Gerold Ambrosius / Christian Henrich-Franke / Cornelius Neutsch (Hgg.): Föderalismus in historisch vergleichender Perspektive. Bd. 2: Föderale Systeme: Kaiserreich - Donaumonarchie - Europäische Union, Baden-Baden 2015 (= Schriftenreihe des Instituts für Europäische Regionalforschungen 22), S. 197-219.

Föderale Vielfalt und fiskalische Verteilung. In: Historische Sozialkunde 2/2015, S. 22-25.

Zur Geschichte von "Vielfalt und Verteilung": Einleitung. In: Historische Sozialkunde 2/2015, S. 2-3.

"Too much Future!" Ideologie und nationale politische Mythen im Staatssozialismus. In: Jana Osterkamp / Joachim von Puttkamer (Hgg.): Sozialistische Staatlichkeit, München 2012, S. 73-90.

Nationale Frage und Verfassungsgerichtsbarkeit in der Tschechoslowakei / Národnostní otázka a ústavní soudnictví v Československu. In: Tomáš Langášek (Hg.): Ústavní soud Československé republiky. 90 let od jeho ustavující schůze, Brno 2012, S. 55-75 / S. 76-93.

Verfassungshüter ohne politischen Rückhalt. Das tschechoslowakische Verfassungsgericht nach 1920 im Vergleich mit Österreich. In: Beiträge zur Rechtsgeschichte Österreichs 2/2011, S. 275-290.

Loyalität als Rechtspflicht. Verfassungsrechtliche Grundpflichten im Staatssozialismus. In: Peter Haslinger / Tomas Nigrin / Volker Zimmermann (Hgg.): Loyalitäten im Staatssozialismus. DDR, Tschechoslowakei, Polen, Marburg 2010 (= Tagungen zur Ostmitteleuropa-Forschung 28), S. 25-44 .

Hans Kelsen in der Tschechoslowakei. In: Robert Walter / Werner Ogris / Thomas Olechowski (Hgg.): Hans Kelsen: Leben-Werk-Wirksamkeit, Wien 2009 (= Schriftenreihe des Hans Kelsen-Instituts 32), S. 305-318.

Ústavní soudnictví v meziválečném Československu. In: Právník 6/2007, S. 585-618.

Der Weg des parlamentarischen Regierungssystems von Frankreich in die Erste Tschechoslowakische Republik. In: Právněhistorické studie 38/2007, S. 343-354.

Die Verfassungsgerichtsbarkeit in der Kremsierer und der Frankfurter Reichsverfassung 1848/49. In: Karel Malý / Ladislav Soukup (Hgg.): Vývoj české ústavnosti v letech 1618-1918, Prag 2006, S. 397-413.

Paris – Prag. Geschichte eines Verfassungstransfers. In: Vanessa Duss / Nikolaus Lindner (Hgg.): Rechtstransfer in der Geschichte, München 2006, S. 322-336.

Rezensionen (Auswahl)

Steffi Marung / Katja Naumann (Hgg.): Vergessene Vielfalt. Territorialität und Internationalisierung in Ostmitteleuropa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, Göttingen 2014. In: Bohemia 55 (1), 2015, S. 185-188.

Arnold Suppan: Hitler - Beneš - Tito. Konflikt, Krieg und Völkermord in Ostmittel- und Südosteuropa, Wien 2014. In: Bohemia 55 (1), 2015, S. 222-223.

Katalin Gönczi: Die europäischen Fundamente der ungarischen Rechtskultur. Juristischer Wissenstransfer und nationale Rechtswissenschaft in Ungarn zur Zeit der Aufklärung und im Vormärz, Frankfurt a.M. 2008. In: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 63 (1), 2015, S. 147-149.

Vorträge (Auswahl)

2017

"Vielfalt ordnen. Eine Föderalismusgeschichte der Habsburgermonarchie" (Kolloquium Osteuropäische Geschichte, Halle-Wittenberg, Juni 2017).

"(Kein) Ende des alten Europa? Neuordnung in den Jahren 1917-1919" (Deutsch-polnisch-französische Sommerschule, Breslau, Juni 2017).

"Gerecht verteilen. Geschichte und Gegenwart von Finanzföderalismus" (Diskutantin der Podiumsdiskussion und Mitarbeit am Konzept, Kompetenzverbund Historische Wissenschaften, München, Mai 2017).

2016

Zus. mit Luboš Velek: "Das kooperative Imperium. Politische und gesellschaftliche Zusammenarbeit im Herrschaftssystem der Habsburgermonarchie" (Jahrestagung des Collegium Carolinum, Bad Wiessee, November 2016).

"Religiöse Vielfalt ordnen. Zur Föderalismusgeschichte der Habsburgermonarchie" (Institut für Europäische Geschichte, Mainz, März 2016).

2015

"Promoting Jews as a Nationality: The Perspective of Viennese Chief Rabbi Chajes" (Wien, Dezember 2015).

"Vielfalt ordnen: Föderalismusgeschichte der Habsburgermonarchie" (Basel, Dezember 2015).

"Historisches Staatsrecht als Argument im 'imperialen Föderalismus' Österreich-Ungarns" (Prag, Oktober 2015).

"Die Länderlobby. Zur 'Verländerung' von staatlichen Aufgaben im Habsburgerreich" (Siegen, Oktober 2015).

"Cooperative Empires" (Tokyo, August 2015).

"Multinational federalism. Eine politikwissenschaftliche Perspektive für die Habsburgermonarchie" (Budapest, März 2015).

"Föderalismus in der Habsburger Monarchie und ihren Nachfolgestaaten" (Regensburg, Februar 2015).

"Diversity and difference in Francis Ferdinand’s plans to reorganise the Habsburg Empire" (Wien, Januar 2015).

2014

"The Bosnian Annexation Crisis of 1908 as a Watershed" (Sarajevo, Juni 2014).

"Vielfalt ordnen. Föderale Ordnungsvorstellungen für Galizien" (Wien, Juni 2014).

"Ein Reich ohne Eigenschaften? Das Erbe föderaler Ideen in den Nachfolgestaaten" (Wien, Mai 2014).

"Zwischen Kooperation und Koordination? Finanzföderalismus in der späten Habsburgermonarchie" (Wien, Mai 2014).

"Wien als Metropole des Habsburgerreiches. Politische Polykratie in der Topographie einer Stadt" (Wien, April 2014).

2013

"Kooperation im Imperium jenseits des Nationalitätenkampfes. Finanzföderalismus im ausgehenden Habsburgerreich" (Leipzig, Mai 2013).

"Vergessenes Erbe? Föderalismuskonzepte und Nationalstaatsideologien in den 'Nachfolgestaaten'" (Wien, Mai 2013).

2012

"Bürokratie als Träger von supranationalen Loyalitäten in der Habsburgermonarchie" (München, November 2012).

"Viele Loyalitäten machen einen Staat? Föderalismusvorstellungen in der Habsburgermonarchie" (49. Deutscher Historikertag, Mainz, September 2012).

"Katolická etika a ekonomické myšlení Albína Bráfa v éře národního vzbuzení" (Prag, September 2012).

Lehre

SoSe 2017

Neuere Forschungen zur Geschichte Osteuropas, LMU München

SoSe 2017

Neuere Föderalismustheorie und Föderalismusgeschichte in Osteuropa, LMU München

SoSe 2017

Die neue Ordnung im Zentrum Europas, 1917-1919, LMU München

WiSe 2016/17

Einführung in die Geschichte der Habsburgermonarchie im "langen 19. Jahrhundert", LMU München

WiSe 2016/17

Neuere Imperiengeschichte und Imperienvergleich in der osteuropäischen Geschichte, LMU München

 

WiSe 2016/17

Märzrevolution von 1848, LMU München

WiSe 2016/17

Oberseminar zur Geschichte Osteuropas, LMU München

 

SoSe 2015

Internationales Graduiertenkolleg "Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts". Forschungskolloquium, LMU München