[Forum Regensburg] Catherine MacKenzie (Montreal): The Art Collecting Practices of the Jewish Lawyer Dr. Ismar Littmann

25.02.2016 (19:00 - 21:00)

Am 25. Februar 2016 hält Catherine MacKenzie (Montreal) im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg ab 19 Uhr den Vortrag "The Art Collecting Practices of the Jewish Lawyer Dr. Ismar Littmann, Breslau". Der Vortrag ist Teil der wissenschaftlichen Veranstaltungsreihe "Forum" der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien sowie der Vortragsreihe "Jüdische Sammlungen" des Kunstforums Ostdeutsche Galerie und richtet sich nicht nur an Wissenschaftler, sondern auch an die breite Öffentlichkeit.

Vor dem Zweiten Weltkrieg befanden sich zahlreiche Kunstschätze in den Sammlungen jüdischer Kunstliebhaber. Dazu zählt auch die Kunstsammlung von Dr. Ismar Littmann (1878 – 1934), einem in Breslau ansässigen Anwalt und Notar. In seiner Sammlung befanden sich Werke von Lovis Corinth, Max Pechstein, Käthe Kollwitz, Otto Dix, Alexander Kanoldt oder Erich Heckel, um nur ein paar der großen Namen herauszugreifen. Von etwa 1916 bis 1930 kamen mehr als 6.000 Papierarbeiten und mehrere hundert Gemälde in seinen Besitz. Bereits 1919 umfasste sein Inventar mehr als 650 Objekte. Darüber hinaus förderte er diverse Künstler auch finanziell und setzte sich dafür ein, dass Breslau als Kunstzentrum überregional bekannt wurde. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten verlor Littmann durch ein Berufsverbot seine Existenz und beging schließlich im Alter von 56 Jahren Selbstmord. Seine Witwe wollte einige Werke versteigern, um sich finanziell abzusichern, doch kurz vor der Auktion beschlagnahmte die Gestapo die Gemälde und Papierarbeiten.

Nach mehreren erfolgreichen Klagen auf Wiedergutmachung, Rückerstattung und Restitution, die seine Erben seit den 1960er Jahren angestrengt hatten, wurde Littmann in den letzten Jahren sowohl in Europa als auch in Nordamerika bekannt. Kunsthistoriker auf beiden Seiten des Atlantiks untersuchen die Bedeutung seiner Sammlung für Dr. Littmann als Einzelperson und als Mitglied einer dynamischen Gruppe jüdischer Sammler in einer Stadt, die nach einem kultivierten Profil strebte. In ihrem Vortrag konzentriert sich MacKenzie vor allem auf Dr. Littmanns Sammlungspraxis: Er kaufte vornehmlich Arbeiten jüdischer Künstler aus verschiedenen europäischen Ländern an. Dabei geht sie auch darauf ein, welche Bedeutung seine frühe Mitgliedschaft in der zionistischen Bewegung in Schlesien hatte.

Catherine MacKenzie ist Professorin für Kunstgeschichte an der Concordia University, Montreal (Kanada). Sie spezialisiert sich auf die Untersuchung von Rassismus in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört unter anderem die Aufklärung der Rolle deutsch-jüdischer Kunstsammler und -händler für die Kunstgeschichte. Ihren Vortrag im KOG hält sie auf englisch.

Zeit: 25.02.2016, 19-21 Uhr

Ort: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, Dr.-Johann-Maier-Str. 5

Kooperation: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Eintritt: 3 € (der Eintritt ist für Mitglieder der Graduiertenschule sowie Freunde und Förderer des Kunstforums Ostdeutsche Galerie frei!)

 

Die Veranstaltung wird ganz oder teilweise mit Bild und Ton aufgezeichnet. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie Ihr Einverständnis, dass dieses Material für Dokumentationszwecke sowie im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Graduiertenschule eingesetzt werden darf.

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