[Projektpräsentation München] "'Wir Bayern sind keine Russen' - München und die Russische Revolution"

07.12.2016 (18:30 - 21:00)

Am 7. Dezember 2016 stellt der Projektkurs 2015/16 des Elitestudiengangs Osteuropastudien an der LMU München die Ergebnisse des Hörfunkprojekts "'Wir Bayern sind keine Russen' - München und die Russische Revolution" vor.

Was hat München mit der Russischen Revolution zu tun? Sehr viel mehr als man gemeinhin annimmt. Die Studierenden des Elitestudiengangs Osteuropastudien sind diesen Verflechtungen nachgegangen: von Lenins Zeit in München über die Beteiligung russischer Revolutionäre an der Münchner Räterepublik bis hin zu russischen Emigranten, die Hitlers NS-Ideologie beeinflussten. Zwei Radio-Features, die in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk entstanden sind, beleuchten die vielfältigen Zusammenhänge zwischen München und dem revolutionären Russland.

Bayern mögen keine Russen sein, doch spielt die Hauptstadt Bayerns eine nicht unerhebliche Rolle für die Russische Oktoberrevolution und ihre Folgen. So wird das weltoffene München um die Jahrhundertwende zum Zufluchtsort russischer Revolutionäre um Lenin, die in Schwabing den Sturz des Zaren planen. In den Jahren 1918 und 1919 ist München schließlich selbst Schauplatz revolutionärer Ereignisse. Für kurze Zeit wird Bayern sogar zur Räterepublik, wobei auch Revolutionäre aus Russland eine führende Rolle spielen. Nachdem dieses kommunistische Experiment niedergeschlagen wurde, wandelt sich München zum Zentrum rechten Gedankenguts. Die Isarmetropole wird zum Anziehungspunkt für „weiße“ russische Emigranten, Monarchisten und Nationalisten ‑ Menschen, die für eine Wiederherstellung des zaristischen Regimes in Russland auch mit dem Nationalsozialismus paktieren werden.

Angesichts des bevorstehenden 100. Jahrestags der Russischen Revolution im kommenden Jahr wurde im Rahmen des aktuellen Projektkurses des Elitestudiengangs Osteuropastudien die Bedeutung Münchens für die Revolution aufgearbeitet. Unter wissenschaftlicher Leitung der beiden Historiker Dr. Anna Vlachopoulou und Dr. Tobias Grill erforschten die Studierenden hierfür Biographien von in München aktiven Revolutionären und Konterrevolutionären und machten Münchner Orte ausfindig, die mit der russischen Revolution in Verbindung stehen.

In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk entstanden zwei diesem Thema gewidmete Radiofeatures, die nun zusammen mit einer Begleitausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Der Studiengang wird gemeinsam von der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Regensburg getragen und ist Bestandteil des Elitenetzwerks Bayern. Ziel des Studiengangs ist die Vermittlung von Regionalkompetenz für Ostmittel-, Südost- und Osteuropa.

Die öffentliche Präsentation des Hörfunkprojekts wird musikalisch untermalt und von einer Ausstellung begleitet. Anschließend findet ein Empfang statt.

Weitere Informationen: www.osteuropastudien.de

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Anna Vlachopoulou, Dr. Tobias Grill

Zeit: Mittwoch, 7.12.2016, ab 18:30 Uhr

Ort: München, LMU, Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, Große Aula (Raum E 120)

Anmeldung/Eintritt: bis zum 30. November 2016 per E-Mail. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Plakat

Flyer

 

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