[Filmreihe München] "Das Lied der Matrosen"

30.01.2018 (21:00 - 23:30)

Am 30. Januar wird "Das Lied der Matrosen" im Filmmuseum München gezeigt. Die Reihe "Die Oktoberrevolution im Film" wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, organisiert.

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Das Lied der Matrosen

DDR 1958 | R: Kurt Maetzig, Günter Reisch | B: Karl Georg Egel, Paul Wiens | K: Joachim Hasler, Otto Merz | M: Wilhelm Neef | D: Günther Simon, Raimund Schelcher, Friedrich Wilhelm Will, Ulrich Thein, Hilmar Thate, Ekkehard Schall | 125 min

Kurt Maetzig "rehabilitierte" sich mit dem balladesken "Lied der Matrosen", einer Auftragsproduktion zum 50. Jahrestag der deutschen Novemberrevolution und des Matrosenaufstands in Kiel. Für diesen Film wendet sich Maetzig der Ebene der Offiziere und Admiralität zu, während sein Co-Regisseur Günter Reisch die Szenen der Mannschaften und Heizer inszeniert. "Das Lied der Matrosen" ist immer dann eindrucksvoll, wenn seine Autoren konkrete Lebensbedingungen beschreiben: etwa die miserable Verpflegung auf den Kriegsschiffen. Ansonsten bleibt der Film dem Kanon der Zeit verhaftet: Entgegen der historischen Wahrheit stilisiert er den Matrosenaufstand zur kleinen Oktoberrevolution und überbetont die Rolle des Spartakusbundes.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 30.01.2018, 21:00-23:30 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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