[Filmreihe München] "Kino-Pravda 13 - Oktjabr'skaja" (Oktoberausgabe) und "Moskva v Oktjabre" (Moskau im Oktober)

28.11.2017 (21:00 - 23:00)

Im Rahmen der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" werden am 28. November die Filme "Kino-Pravda 13 - Oktjabr'skaja" (Oktoberausgabe) und "Moskva v Oktjabre" (Moskau im Oktober) im Filmmuseum München gezeigt. Die Reihe wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, organisiert. Dr. Alexander Schwarz (München) hält den Einführungsvortrag.

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Kino-Pravda 13 – Oktjabr’skaja (Oktober-Ausgabe)

Sowjetunion 1922 | R+B: Dziga Vertov | K: Vasilij Bystrov, Aleksandr Levickij, Pëtr Novickij | 33 min | OmU

Zu Lenins Geburtstag erscheint die Sonderausgabe der Kino-Pravda mit dem Untertitel "Gestern, Heute, Morgen". Vertov nimmt den Kongress der Komintern und die Revolutionsfeierlichkeiten zum fünften Jahrestag 1922 zum Anlass, die enormen Herausforderungen und Fortschritte der Sowjetunion Revue passieren zu lassen.

Moskva v Oktjabre (Moskau im Oktober)

Sowjetunion 1927 | R: Boris Barnet | B: Oleg Leonidov | K: Boris Francisson, Konstantin Kusnecov, Jakov Tolčan | D: Vasilij Nikandrov, Ivan Bobrov, Aleksandr Gromov, Boris Barnet, Anna Sten | 38 min (Fragment) | OmU

Der Komödienspezialist Barnet bekommt den Auftrag, die Oktober-Geschehnisse in Moskau darzustellen, wo tagelang blutige Straßenschlachten und echte revolutionäre Kämpfe getobt hatten, anders als in Petrograd. Barnet zeigt sie in seinem selten gezeigten Jubiläumsfilm im modernen Sowjetstil, mit starker Aufsicht oder Untersicht, Hell-Dunkel-Kontrasten und schneller, assoziative Montage. "Was macht Ihr, Brüder?" ruft anklagend der Bolschewik − und in der nachfolgenden Verbrüderung der Soldaten mit den Aufständischen liegt das Kernmotiv, das das Publikum verinnerlichen sollte.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 28.11.2017, 21-23 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

Zurück