[Filmreihe München] "Komissar" (Die Kommissarin)

09.01.2018 (21:00 - 23:00)

Im Rahmen der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" wird am 9. Januar der Film "Komissar" (Die Kommissarin) im Filmmuseum München gezeigt. Die Reihe wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, organisiert.

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Komissar (Die Kommissarin)

Sowjetunion 1967 | R+B: Aleksandr Askol’dov, nach einer Erzählung von Vasilij Grossman | K: Valerij Ginzburg | M: Alfred Šnitke | D: Nonna Mordjukova, Rolan Bykov, Raisa Nedaškovskaja, Ljudmila Volynskaja, Vasilij Šukšin | 110 min | OmU

Während des Bürgerkriegs wird Kommissarin Vavilova schwanger und sucht in einer Kampfpause verzweifelt einen Ort, an dem sie gebären kann. Sie findet Unterschlupf, Hilfe und Mitgefühl allein bei einer jüdischen Großfamilie und legt für eine Weile ihren Soldatenmantel ab, um Frau und Mutter sein zu können – bevor sie wieder an die Front zieht. Die unheroische, surreale Darstellung der Kriegszeit und die Verweise auf den offiziell nicht existierenden Antisemitismus widersprachen den traditionellen Erwartungen an einen Film zum 50. Jahrestag der Revolution. Zwanzig Jahre später erst konnte er aus den Tresoren geholt werden – und entwickelte sich dann zum Welterfolg.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 09.01.2018, 21-23 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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