[Filmreihe München] "Konec Sankt Peterburga" (Das Ende von Sankt Petersburg)

07.11.2017 (21:00 - 23:00)

Im Rahmen der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" wird am 7. November der Film "Konec Sankt Peterburga" (Das Ende von Sankt Petersburg) im Filmmuseum München gezeigt. Die Reihe wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, organisiert.

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Konec Sankt Peterburga (Das Ende von Sankt Petersburg)

Sowjetunion 1927 | R: Vsevolod Pudovkin, Michail Doller | B: Natan Zarchi | K: Anatolij Golovnja | D: Aleksandr Čistjakov, Vera Baranovskaja, Vladimir Obolenskij, Ivan Čuvelev, Sergej Komarov | 106 min | OmU

Die Revolution als Schicksalsruf eines arbeitslosen Fabrikarbeiters in den Wirren von Streik, Hunger und Radikalisierung. Durch Ungerechtigkeiten, Missverständnisse, Haftstrafe und den Weltkrieg reift er politisch und wird Bolschewik. Dann nimmt er an der Erstürmung des Winterpalastes teil. Pudovkin zeichnet die "Unausweichlichkeit" der Revolution anhand eines persönlichen Erkenntnisprozesses nach, der die Geschehnisse seit 1913 reflektiert. Anders als Eisenstein will Pudovkin der Masse dramaturgisch ein Gesicht geben und Identifikationsfiguren schaffen. Mit dem genialen Kameraman Golovnja gelingt ihm ein Klassiker des Revolutionsfilms im Stil der kurzen Avantgardejahre. Günter A. Buchwald begleitet die Filmvorführung mit Live-Musik.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 07.11.2017, 21-23 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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