[Filmreihe München] "Lenin v 1918 godu" (Lenin 1918)

19.12.2017 (21:00 - 23:30)

Im Rahmen der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" wird am 19. Dezember der Film "Lenin v 1918 godu" (Lenin 1918) im Filmmuseum München gezeigt. Die Reihe wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert. Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, hält den Einführungsvortrag.

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Lenin v 1918 godu (Lenin 1918)

Sowjetunion 1939 | R: Michail Romm | B: Aleksej Kapler, Tat’jana Zlatogorova | K: Boris Volček | M: Nikolaj Krjukov | D: Boris Ščukin, Michail Gelovani, Nikolaj Ochlopkov, Nikolaj Čerkasov, Klavdija Korobova, Vasilij Markov | 130 min | OmU

In der Fortsetzung von "Lenin im Oktober" erzählt Michail Romm die historischen Ereignisse der Mitte des Jahres 1918 während des russischen Bürgerkriegs so, dass Stalin, der im Vergleich zu Lenin oder Trotzkij eine Nebenrolle gespielt hatte, als der Retter der Revolution inszeniert wird. Im Alleingang gewinnt Stalin den Bürgerkrieg, er rettet Moskau vor dem Hunger, indem er Caricyn, das zukünftige Stalingrad, verteidigt und die Verbindungswege zum Süden freihält, während Lenin nach einem Attentat in Moskau ohnmächtig im Bett liegt. Von Lenin, den Boris Ščukin als lustigen Tollpatsch spielt, bleibt lediglich eine symbolisch entleerte Hülle, die zwischen Logorrhoe und Delirium schwankt. Für die zweiteilige "Leniniada" bekamen Ščukin und Romm den Stalinorden Erster Klasse verliehen.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 19.12.2017, 21:00-23:30 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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