[Filmreihe München] "Lenin v oktjabre" (Lenin im Oktober)

12.12.2017 (21:00 - 23:30)

Im Rahmen der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" wird am 12. Dezember der Film "Lenin v oktjabre" (Lenin im Oktober) im Filmmuseum München gezeigt. Die Reihe wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert. Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, hält den Einführungsvortrag.

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Lenin v oktjabre (Lenin im Oktober)

Sowjetunion 1937 | R: Michail Romm | B: Aleksej Kapler | K: Boris Volček | M: Anatolij Aleksandrov | D: Boris Ščukin, Semën Gol‘dštab, Nikolaj Ochlopkov, Klavdija Korobova, Vladimir Pokrovskij, Aleksandr Kovalevskij | 110 min | OmU

Zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution dreht Michail Romm den ersten Jubiläumstonfilm, der die in der Stalinzeit gültige Version der Ereignisse von 1917 festschreiben sollte. Stalin kommt dementsprechend eine wichtige Rolle zu, er ist "Lenins treuer Freund und Mitstreiter". Semën Gol’dštab spielt einen wortkargen Stalin als Mann der Tat und Lenins Schutzengel, während der berühmte Theaterschauspieler Boris Ščukin Lenin als volksnahen Tribun verkörpert. Im Zuge der Entstalinisierung der sowjetischen Kultur nach 1956 wurde der Film aufwändig überarbeitet: Einige Szenen wurden herausgeschnitten, in andere wurden Gegenstände oder Menschen hineinkopiert, um die Figur Stalins zu verdecken. Das Filmmuseum zeigt den Film in der Erstfassung.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 12.12.2017, 21:00-23:30 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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