[Filmreihe München] "November-Verbrecher"

20.02.2018 (21:00 - 23:30)

Am 20. Februar wird "November-Verbrecher" im Filmmuseum München gezeigt. Die Reihe "Die Oktoberrevolution im Film" wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, organisiert.

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

November-Verbrecher

BRD 1968 | R: Carlheinz Caspari | B: Dieter Meichsner, Karlheinz Dederke | K: Wolfgang Zeh | D: Rudolf Rohlinger, Otto Graf, Conny Palme, Walter Jacob, Ernst Fritz Fürbringer | 132 min

Legendäres Fernsehspiel-Experiment des NDR: Ein Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung geht 1926 der Frage nach der Schuld am Zusammenbruch von 1918 nach. Der das Dokumentarische durchbrechende Kunstgriff besteht darin, dass der reale TV-Journalist Rudolf Rohlinger im Outfit und Mikrofon von 1968 die damaligen Protagonisten (Militärs, Politiker, Wissenschaftler, Soldaten, Matrosen) interviewt. Historischer Kontext ist die von den Militärs, den rechten Ideologen und der deutschnationalen Presse propagierte Fortsetzung des angeblichen 'Verteidigungskrieges'. Die von meuternden Matrosen ausgelöste Revolution, die die SPD zu verhindern versucht, ist Anlass für die 'Dolchstoßlegende'.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 20.02.2018, 21:00-23:30 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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