[Filmreihe München] "Oktjabr'" (Oktober - Zehn Tage, die die Welt erschütterten)

31.10.2017 (21:00 - 23:00)

Anlässlich des 100. Jahrestags der Russischen Revolution 1917 darf Sergej Eisensteins "Oktjabr'" (Oktober – Zehn Tage, die die Welt erschütterten) in der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" nicht fehlen. Die Vorführung findet am 31. Oktober im Filmmuseum München statt. Die Reihe wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, organisiert. 

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Oktjabr’ (Oktober – Zehn Tage, die die Welt erschütterten)

Sowjetunion 1928 | R+B: Sergej Eisenstein, Grigorij Aleksandrov | K: Ėduard Tissé | M: Edmund Meisel | D: Nikolaj Popov, Vasilij Nikandrov, Boris Livanov, Ljaščenko, Čibisov, Nikolaj Podvojskij, Ėduard Tissé | 116 min | OmU

"Es musste der Schlüssel für die Größe eines Themas gefunden werden, das beim Zuschauer Emotionen auslösen soll, die in ihren Schattierungen den zeitgenössischen Forderungen an die Geschichte entsprechen. Es galt, den Ablauf der Ereignisse auf reale Fakten umzupolen und in jedem dieser unscheinbaren Milieufakten jenes die Geschichte dieser Tage vorantreibende heroische Pathos herauszufinden." (Eisenstein) Der 29-jährige Vorzeigeregisseur legt für sein intellektuelles Experiment Wert auf Zeitzeugen, zieht Erlebnisberichte und Fotos heran und stellt sie mit tausenden Freiwilligen nach. Er spannt einen großen Bogen über die Ereignisse des Jahres 1917 und sucht dafür "Typen" statt prominente Schauspieler. Dann bläst er diesmal wirklich zum Sturm auf den Winterpalast, der die gewünschten ikonischen Bilder der Revolution liefert.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 31.10.2017, 21-23 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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