[Filmreihe München] "Padenie dinastii Romanovych" (Der Fall des Hauses Romanov)

24.10.2017 (21:00 - 23:00)

Den Beginn in der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" macht am 24. Oktober Esfir Šubs "Padenie dinastii Romanovych" (Der Fall des Hauses Romanov) aus dem Jahr 1927. Die Reihe wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, organisiert. 

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Padenie dinastii Romanovych (Der Fall des Hauses Romanov)

Sowjetunion 1927 | R+B+S: Esfir Šub | 87 min | OmU

Der erste und berühmteste Kompilationsfilm (neben denen Vertovs), montiert von Esfir Šub, einer erfahrenen Cutterin und auch Lehrmeisterin Eisensteins. Der Film war eine Auftragsarbeit zum 10. Jahrestag der Februarrevolution, mit Archivmaterial aus dem Archiv des Zaren Nikolaus II., das erst kurz zuvor in einem Filmlager in Leningrad entdeckt worden war, sowie Wochenschauen aus dem In- und Ausland. Er zeigt Armut, Reichtum, Kirche und Krieg im vorrevolutionären Russland, das Ende der Zarenherrschaft und die Umwälzungen des Jahres 1917. Der Erfolg einer solchen Novität an der Kinokasse brachte Šub im selben Jahr auch den Auftrag zu "Velikij put'" (Der große Weg) ein, mit Material von 1917 bis 1927. Dr. Alexander Schwarz (München) hält den Einführungsvortrag.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 24.10.2017, 21-23 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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