[Filmreihe München] "Unterwegs zu Lenin"

23.01.2018 (21:00 - 23:00)

Im Rahmen der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" wird am 23. Januar der Film "Unterwegs zu Lenin" im Filmmuseum München gezeigt. Die Reihe wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, organisiert.

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Unterwegs zu Lenin

DDR 1970 | R: Günter Reisch | B: Günter Reisch, Evgenij Gabrilovič, nach dem Buch von Alfred Kurella | K: Jürgen Brauer, Valerij Vladimirov | M: Karl-Ernst Sasse | D: Gottfried Richter, Michail Ul‘janov, Helmut Habel, Lev Kruglyj, Heidemarie Wenzel, Winfried Glatzeder | 107 min

1919 macht sich Victor Kleist, Sohn einer bürgerlichen Familie und Kommunist, auf den Weg nach Moskau, als Kurier der KPD mit zwei Briefen für Lenin in der Tasche. Es wird eine abenteuerliche, gefährliche Fahrt. In Moskau angekommen, sieht Viktor den nüchternen Alltag der Revolution, der aus harter Arbeit besteht. In Lenins Auftrag arbeitet er mit der Revolutionärin Lena an einem Aufruf zur Kommunistischen Jugendinternationale. Dann kommt die erschütternde Nachricht von der Niederschlagung der Bayerischen Räterepublik. Und schließlich die Begegnung mit Lenin selbst, der Viktors revolutionäre Romantik auf den Boden der Tatsachen stellt. Zum 100. Geburtstag Lenins entstand ein Film, der seine Geschichte erstaunlich unpathetisch und unterhaltsam erzählt.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 23.01.2018, 21-23 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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