[Filmreihe München] "Velikoe zarevo" (Das große Morgenrot)

05.12.2017 (21:00 - 23:00)

Am 5. Dezember wird in der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" "Velikoe zarevo" (Das große Morgenrot) im Filmmuseum München gezeigt. Die Reihe wird vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Riccardo Nicolosi (München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, organisiert. Prof. Dr. Christine Engel hält einen einführenden Vortrag zum Film.

Wir glauben, relativ präzise bildliche Vorstellungen von den Abläufen im Oktober 1917 in Petrograd zu haben. Zugleich ist bekannt, dass es von den Geschehnissen in der Nacht zum 26. Oktober 1917 (nach dem neuen Kalender zum 8. November) keine Filmaufnahmen gibt, weil mit damaliger Technik keine Nachtaufnahmen möglich und vielleicht auch keine Zeugen erwünscht waren. Allerdings haben Fotografen und Wochenschau-Kamerateams in Petrograd und auch Moskau die Ereignisse im Februar und Juli 1917 dokumentiert und damit gewissermaßen die Bildformeln geliefert, auf die dann das Jahr 1917 symbolisch verkürzt wurde. Sie prägen unser "Bildgedächtnis" des Umsturzes bis heute. Insbesondere auch, weil Eisensteins "Oktjabr’" (1928), wohl der berühmteste der Revolutionsfilme, die Geschehnisse anhand dieser Fotos nachinszenierte – und diese Filmbilder seitdem immer wieder als authentisch in Dokumentationen verwendet oder in Spielfilmen repliziert wurden. Die Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" zeigt ein vielfältiges Panorama entstandener Revolutionsfilme.

Velikoe zarevo (Das große Morgenrot)

Sowjetunion 1938 | R: Michail Čiaureli | B: Michail Čiaureli, Georgi Cagareli | K: Aleksandr Digmelov, Anton Polikevič | M: Ivan Gokieli | D: Konstantin Mjuffke, Michail Gelovani, Spartak Bagašvili, Tamara Makarova, Ivan Perestiani, Georgi Sagaradze | 86 min | OmU

Sommer 1917 an der Ostfront: In den Reihen russisch-georgischer Truppen agitieren die Bolschewiken gegen den "imperialistischen" Krieg. Der Versuch der Verbrüderung mit den deutschen Soldaten wird von zaristischen Offizieren blutig niedergeschlagen. Die Anführer der Revolte fahren nach Petrograd, wo Lenin und Stalin gegen den Widerstand der Provisorischen Regierung und der "verräterischen" Sozialdemokraten die Revolution vorbereiten. Michail Čiaureli, ehemaliger georgischer Avantgardist und Schöpfer der Stalin-Epen in der Nachkriegszeit, erzählt in diesem Film die historischen Ereignisse unmittelbar vor der Oktoberrevolution mit dem Ziel, das Bild von Stalin als großem Revolutionär zu kanonisieren. Für Lenin bleibt lediglich die Aufgabe, die Liebe zwischen den beiden Bolschewiken Svetlana und Georgij zu stiften.

Die Filmreihe bildet mit der Vortragsreihe "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" ein umfassendes Veranstaltungsprogramm, das vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München organisiert wird.

Der Eintritt kostet 4,- €. Die Karten können im Filmmuseum München erworben werden.

Zeit: Dienstag, 05.12.2017, 21-23 Uhr s.t.

Ort: München, Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Kooperation: Filmmuseum München, Münchner Volkshochschule

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