[Forum München] Jannis Panagiotidis (Osnabrück): "Rechtsruck in 'Klein-Moskau'? Die politischen Einstellungen von Spätaussiedlern zwischen Mythos und Empirie"

28.11.2017 (18:15 - 19:45)

Am 28. November ist Prof. Dr. Jannis Panagiotidis (Osnabrück) in der Reihe "Forum" der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien zu Gast. Er hält einen Vortrag mit dem Titel "Rechtsruck in 'Klein-Moskau'? Die politischen Einstellungen von Spätaussiedlern zwischen Mythos und Empirie".

Mit gut 2,5 Millionen Menschen sind postsowjetische Migranten eine der größten Zuwanderergruppen in der Bundesrepublik Deutschland. Die meisten von ihnen kamen im Laufe der 1990er Jahre als Spätaussiedler. Nach anfänglichen Integrationsproblemen war es in der Öffentlichkeit im Laufe der 2000er Jahre ruhig um sie geworden. Dies änderte sich Anfang 2016, als etwa 10.000 von ihnen bundesweit demonstrierten. Anlass war der „Fall Lisa“, die angebliche Vergewaltigung eines russlanddeutschen Mädchens, der von russischen Medien verbreitet worden war. Seitdem gelten sie im öffentlichen Diskurs als anfällig für russische Propaganda und als wichtige Wählergruppe der Alternative für Deutschland (AfD). Dieser Vortrag wird empirische Erkenntnisse präsentieren, die diese Behauptungen auf die Probe stellen.

Dr. Jannis Panagiotidis ist Juniorprofessor für »Migration und Integration der Russlanddeutschen« am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. 
Er hat Osteuropäische Geschichte und Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen an den Universitäten Tübingen und Athen/Griechenland studiert hat. Promoviert wurde er am Europäischen Hochschulinstitut Florenz im Fach Geschichte mit einer Studie, die die Aussiedlerpolitik in der Bundesrepublik Deutschland mit der Aufnahme von osteuropäischen Juden in Israel vergleicht. Vor seinem Wechsel nach Osnabrück war Prof. Panagiotidis zuletzt an den Universitäten Haifa/Israel, der Freien Universität Berlin sowie dem Imre Kertész-Kolleg an der Universität Jena tätig.

Die Reihe richtet sich sowohl an Hochschulangehörige als auch an die interessierte Öffentlichkeit.

Zeit: Dienstag, 28.11.2017, 18-20 Uhr c.t.

Ort: München, LMU, Historicum, Amalienstraße 52, K 201

Kooperation: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.

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