Forum München

11.03.2014 (19:00)

Der US-amerikanische Historiker Eric Lohr wird seine jüngste Publikation „Russian Citizenship — From Empire to Soviet Union“ vorstellen. Darin widmet er sich der Entwicklung des russischen Staatsbürgerschaftsrechts von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu den 1930er Jahren. Dazu hat Lohr bislang nicht untersuchte Archivalien von Polizei und Außenministerium ausgewertet. Entgegen häufiger Vermutungen ließen sich im Zarenreich viele Tendenzen ausmachen, das Staatsbürgerrecht zu erweitern, so eine These des Buches. In den 1860er Jahren verfolgte das zaristische Russland eine gezielte Zuwanderungspolitik, durch die einige Migranten sowohl Bürgerrechte als auch steuerliche Erleichterungen erhielten. Einheitlich war die zaristische Migrationspolitik indes nicht: Lohr spricht von unterschiedlichen „deals“ zwischen Regierungsbehörden und den jeweiligen Migrantengruppen. Im Laufe des Ersten Weltkriegs wurde Russlands Migrationspolitik repressiver. Das kommunistische Russland brach schließlich vollends mit der zaristischen Tradition.

Wie es zu diesem Bruch kam und was die gegenwärtige Politik vom Zarenreich möglicherweise lernen kann, wird Eric Lohr am 11. März 2014 in München erläutern. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr in der Bibliothek der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien. Anschließend lädt die Graduiertenschule zu einem Imbiss ein. Um Anmeldung wird gebeten: kathrin.linnemann@lrz.uni-muenchen.de. Die Veranstaltungsreihe "Forum" richtet sich an eine breite Öffentlichkeit.

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