[IGK-Kolloquium München] Präsentation der Neuerscheinungen in der IGK-Publikationsreihe "Religiöse Kulturen im Europa der Neuzeit"

08.02.2017 (18:15 - 19:45)

Das Internationale Graduiertenkolleg "Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts" lädt am 8. Februar zur Präsentation der Neuerscheinungen in der IGK-Publikationsreihe "Religiöse Kulturen im Europa der Neuzeit" ein. Begleitet von einem Festvortrag mit dem Titel „Umkämpfte Säkularität - entbettete Religion“ werden die drei neuesten Erscheinungen der Reihe präsentiert.

Die Reihe »Religiöse Kulturen im Europa der Neuzeit« versammelt Studien, die überwiegend aus Dissertationsschriften des Internationalen Graduiertenkollegs »Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts« hervorgegangen sind. In der Reihe werde aktuelle Forschungen zu den Themenfeldern wie »Religiöser Wandel«, »Religion und Nationalismus«, »Religion und Wissenschaft« und »Religion und Demokratie« präsentiert. Die Autorinnen und Autoren kommen aus der Geschichts-, Literatur-, Sozial- und Religionswissenschaft, aus den Jüdischen Studien sowie den Theologien. Die Reihe bietet ein thematisch und geographisch breites Spektrum von Studien zur Religionsgeschichte Europas in der Moderne.

Vorgestellt werden folgende Titel:

Band 7: Heiko Schmidt
Glaubenstoleranz und Schisma im Russländischen Imperium. Die staatliche Politik gegenüber den Altgläubigen in Livland, 1850-1906

Band 8: Heiner Grunert
Glauben im Hinterland. Die Serbisch-Orthodoxen in der habsburgischen Herzegowina 1878-1918

Band 9: Johannes Gleixner
'Menschheitsreligionen': T. G. Masaryk, A. V. Lunačarskij und die religiöse Herausforderung revolutionärer Staaten

 

Den Festvortrag zum Thema "Umkämpfte Säkularität - entbettete Religion" hält Monika Wohlrab-Sahr (Leipzig). Monika Wohlrab-Sahr ist Professorin im Bereich Kultursoziologie am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig.

Abstract des Festvortrags

In der aktuellen Diskussion um die Rolle der Religion in westlichen Gesellschaften scheinen die alten Säkularisierungsthesen erledigt. An ihre Stelle sind Diagnosen einer Wiederkehr des Religiösen und der postsäkularen Gesellschaft getreten. Der Vortrag bezieht hier eine andere Position: Wesentlich, so die These, sind heute Auseinandersetzungen um die Grenzen der Religion und damit Auseinandersetzungen um Säkularität. Diese müssen vor dem Hintergrund veränderter Ausgangslagen interpretiert werden. Dazu gehören die Pluralisierung der religiösen Landschaft, das Anwachsen des nichtreligiösen Teils der Bevölkerung in westlichen Gesellschaften, aber auch ein Phänomen, das man als Entbettung des Religiösen bezeichnen könnte: Neben eine an Organisationen (Kirchen) gebundene Religiosität, die mit einem gesellschaftlich etablierten Institutionenvertrauen verbunden ist, treten religiöse Ansprüche und Bezugnahmen von Einzelnen und Gruppen, die sich vor allem identitär legitimieren. Dies geschieht durch Referenzen auf die eigenen, nicht verhandelbaren Gefühlslagen oder auf kulturelle Grundlagen, die mit Religion assoziiert werden. Damit leben die lange weitgehend stillgestellten Auseinandersetzungen um die Grenzen der Religion wieder auf: Die ruhigen Zeiten sind vorbei!

 

Zeit: Mittwoch, 08.02.2017, 18-20 Uhr c.t.

Ort: München, LMU München, Historicum, Amalienstr. 52, Raum K 402

Anmeldung: Bis zum 06.02.2017 per E-Mail

Programm des Forschungskolloquiums des Graduiertenkollegs für das Wintersemester 2016/17

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