[Munich History Lecture] Barbara Stollberg-Rilinger (Münster): "Maria Theresia und die Ordnung der Geschlechter"

29.01.2018 (18:30 - 20:30)

Am 29. Januar 2018 hält die renommierte Frühneuzeit-Historikerin Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger (Münster) in der Veranstaltungsreihe "Munich History Lecture" einen Vortrag mit dem Titel "'Regentinnen hören auf, Frauen zu seyn, sobald sie den Thron besteigen.' Maria Theresia und die Ordnung der Geschlechter".

Welchen Beitrag kann die moderne Geschichtswissenschaft zur Erklärung der Welt leisten? Dies ist die Leitfrage der im Sommersemester 2011 etablierten Munich History Lecture. Die Vorlesungsreihe will den spezifischen Beitrag der Geschichtswissenschaft zum Verständnis drängender Gegenwartsprobleme und Zukunftsfragen sichtbar und nutzbar machen.

Zum Vortrag von Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger

Der Mythos der Kaiserin-Königin Maria Theresia ist wesentlich dadurch geprägt, dass sie als Frau und sechzehnfache Mutter die Herrschaft im Haus Habsburg innehatte und sie mit "männlicher" Tugend ausübte. In ihr schienen sich feminine Anmut und maskuline Tatkraft zu höchster Vollkommenheit zu verbinden. Von Voltaire bis Alfred von Arneth, von Leopold Sacher-Masoch bis Elisabeth Badinter dient Maria Theresia als Projektionsfläche für ganz verschiedene Frauenbilder, sei es biedere Reichshausfrau, sei es herrische Domina, sei es emanzipierte Frau avant la lettre. Immer aber erscheint sie als die große weibliche Ausnahme in einer von Männern betriebenen Politik. Der Vortrag setzt sich mit diesen Projektionen auseinander und fragt danach, wie sich die weibliche Herrschaft Maria Theresias in die Geschlechterordnung ihrer Zeit einfügte. Auf verschiedenen Feldern - Reichsverfassung, Kriegführung, Hofzeremoniell - wird rekonstruiert, wie sie selbst mit den Vor- und Nachteilen ihrer Geschlechtszugehörigkeit umging.

Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger ist Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Münster und Mitherausgeberin und Schriftleiterin der "Zeitschrift für Historische Forschung". Sie erhielt 2005 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis, ist Mitglied der Deutschen Nationalakademie Leopoldina und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, so z.B. 2013 mit dem Preis des Historischen Kollegs. Seit 2015 ist sie Vorstandsmitglied des SFB "Kulturen des Entscheidens". Im Juli 2017 wurde sie zur neuen Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin gewählt. Zuletzt veröffentlichte sie die Biographie: "Maria Theresia. Die Kaiserin ihrer Zeit." (München 2017).

Zeit: Montag, 29.01.2018, 18:30–20:30 Uhr c.t.

Ort: München, LMU Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, Hörsaal M 018 - Informationen zum barrierefreien Zugang erhalten Sie über die neuen Gebäudeübersichten der LMU

Die Reihe Munich History Lecture wird gefördert von der Münchner Universitätsgesellschaft und der Gerda Henkel-Stiftung.

Die Veranstaltungen der Reihe Munich History Lecture richten sich an Lehrende und Studierende der LMU sowie an eine breitere Öffentlichkeit.

Die Veranstaltung wird ganz oder teilweise in Bild und Ton aufgezeichnet. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich damit einverstanden, dass dieses Material für Dokumentationszwecke und im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU und der Gerda Henkel-Stiftung (L.I.S.A. - Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung) eingesetzt werden darf.

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