[Regensburger Vorträge] Krzysztof Ruchniewicz (Wrocław): "Der lange Schatten des Krieges: Die neuen polnischen Reparations- und Entschädigungsforderungen an Deutschland"

16.05.2018 (18:15 - 19:45)

In der Reihe "Regensburger Vorträge zum östlichen Europa" spricht am Mittwoch, dem 16. Mai 2018, Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz (Wrocław) zum Thema "Der lange Schatten des Krieges: Die neuen polnischen Reparations- und Entschädigungsforderungen an Deutschland".

Krzysztof Ruchniewicz ist Professor an der Universität Wrocław und Direktor des dortigen Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien. Schwerpunkte seiner Forschungen sind u. a. die Geschichte Deutschlands und der deutsch-polnischen Beziehungen im 20. Jahrhundert wie auch Fragen zur Geschichtskultur und -politik.

Abstract des Vortrags

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind mehr als siebzig Jahre vergangen. Seine politischen Folgen, insbesondere die Neuordnung der politischen Kräfteverhältnisse und Grenzverschiebungen, sind unterdessen halbwegs verwunden oder durch den Fall des Kommunismus längst wieder verändert. Damit ist der Krieg aber noch lange nicht zu einem rein historischen Thema geworden, das nur Fachleute und Geschichtsliebhaber anginge. Es wird der Opfer des Krieges in Gestalt von Denkmalen und Museen gedacht, und regelmäßig werden seine Jahrestage aufwendig begangen. Auch die Debatten um Ursachen, Verantwortung und Folgen nehmen schier kein Ende. Die Bestrafung der Kriegsverbrecher und die materielle Entschädigung der Kriegsopfer sind allerdings nach Meinung vieler unzulänglich und selektiv umgesetzt worden. Alle diese Themen sind weiter auf der Tagesordnung, etwa die Einstellung der Deutschen zum Nationalsozialismus oder die Ursachen für die extremen Gewalttaten des Zweiten Weltkrieges. Und gewiss werden sie aktuell bleiben, weil sie mit der Frage verknüpft sind, wie demokratische Gesellschaften und Verfassungen gegen den Einbruch politischer Gewalt und extremer Ideologien zu schützen sind.  Vor diesem Hintergrund soll im Rahmen des Vortrags die aktuelle polnische Debatte um Reparations- und Entschädigungsforderungen an Deutschland thematisiert werden. Diese gibt Aufschluss über den innerpolnischen Diskurs zum Zweiten Weltkrieg und die politischen Konfliktlagen innerhalb der heutigen polnischen Gesellschaft.

 

Zeit: 16.05.2018, 18:00-20:00 Uhr s.t.

Ort: Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Landshuter Str. 4, 93047 Regensburg, Raum 017

Kooperation: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.

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