[Ringvorlesung München] Aage A. Hansen-Löve (Wien/München): "KunstRevolutionsKunst: Vor- und nachrevolutionäre Avantgarden in Russland"

07.11.2017 (18:00 - 19:30)

Prof. Dr. Aage A. Hansen-Löve (Wien/München), Principal Investigator der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, trägt am 7. November zum Thema "KunstRevolutionsKunst: Vor- und nachrevolutionäre Avantgarden in Russland" vor. Der Vortrag findet im Rahmen der Ringvorlesung "Russland 1917. Literatur und Kunst vor und nach der Revolution" statt, die vom Institut für Slavische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität veranstaltet wird.

Anlässlich des 100. Jahrestages der russischen Oktoberrevolution 1917 veranstaltet das Institut für Slavische Philologie eine interdisziplinäre Ringvorlesung, in deren Mittelpunkt die kulturellen Umbrüche vor und nach diesem historischen Ereignis stehen sollen. Bereits im vorrevolutionären Russland wurde zu Beginn der 1910er Jahre ein radikaler Bruch mit der bürgerlichen Kunst und Kultur proklamiert. Mit der so genannten 'Letzten futuristischen Ausstellung 0.10', der Oper 'Sieg über die Sonne' und schließlich Malevičs legendärem suprematistischem Bild 'Schwarzes Quadrat auf weißem Feld' wird in einer bis dahin in der Kunstgeschichte nicht gekannten Weise das Ende der traditionellen, bürgerlichen Kunst – der Nullpunkt der Literatur und Kunst – zelebriert. In der nachrevolutionären Kunst geht es hingegen nicht mehr – wie in der vorrevolutionären Avantgarde – um den Skandal oder um die Anwendung einer negativen Verfremdungsästhetik, die zur Befreiung oder Selbstwertigkeit der Kunst führt, sondern die Intentionen richten sich auf die Anwendung einer positiven Konstruktionsästhetik, die um die Konzeption und Umsetzung des so genannte Leben-Bauens (russ.: žiznestroenie) kreist.

Die Ringvorlesung hat das Ziel, neben der Bedeutung der Oktoberrevolution die Kunstrevolution der Avantgarde zu behandeln. Im Rahmen von Vorträgen von Mitarbeitern der Münchner Slavistik und Komparatistik sowie von auswärtigen Experten aus den Geschichts-, Literatur- und Kulturwissenschaften sollen sowohl die Formen und Themen der künstlerischen und literarischen Avantgardebewegungen der 1910er und 1920er Jahre in Russland bzw. der Sowjetunion vorgestellt werden als auch über die Bedeutung der – wie A. Šatskich sie einmal nannte – 'vorrevolutionären Kunstrevolution' und der 'postrevolutionären Revolutionskunst' diskutiert werden.

Die Vortragsreihe wird von der Filmreihe "Die Oktoberrevolution im Film" begleitet. Die Filmvorführungen finden jeden Dienstag um 21 Uhr im Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, statt.

Zeit: Dienstag, 07.11.2017, 18:00-19:30 Uhr s.t.

Ort: München, LMU München, Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum E 216

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