[Ringvorlesung München] Małgorzata Zemła (München): "Vom anderen Krähwinkel den eigenen klarer sehen. Transkulturalität in Stanisław Vincenz' Texten aus dem ungarischen Exil"

13.11.2018

Am Dienstag, dem 13. November 2018, hält Dr. Małgorzata Zemła (München) im Rahmen der Ringvorlesung "OSTMITTELEUROPA. Interkulturelle Verflechtungen und transnationale Dynamiken" des Instituts für Slavische Philologie der LMU München einen Vortrag zum Thema "Vom anderen Krähwinkel den eigenen klarer sehen. Transkulturalität in Stanisław Vincenz' Texten aus dem ungarischen Exil".

Dr. Małgorzata Zemła studierte Polonistik an der Universität Warschau und der Slavischen Philologie an der LMU. Sie promovierte zum Thema "Der polnische Essay und seine kulturmodellierende Funktion. Jerzy Stempowski und Czesław Miłosz". Seit dem Wintersemester 2006 ist Zemła Lektorin für Polnisch am Institut der Slavischen Philologie der LMU. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die polnische Literatur des 20. Jahrhunderts und Methoden des Sprachunterrichs.

Die Regionen, die die geographischen Gebiete und heutigen Staaten Ostmitteleuropas bilden, sind durch eine lange Geschichte von Grenzverschiebungen und wechselnden staatlichen Zugehörigkeiten sowie durch eine besondere kulturelle Vielfalt charakterisiert. In den ostmitteleuropäischen Kulturen entstehen interkulturelle Verflechtungen und Zwischenräume und zwar – wie Jean-Luc Nancy sagt – nicht nur, "weil es immer eine vorgängige Akkulturation gegeben hat und es keine einfache und reine Herkunft gibt, sondern vor allem deshalb, weil der Gestus der Kultur einer des Vermischens ist".

Die Ringvorlesung ist dieser Vermischung, der kulturellen Vielfalt und der Bedeutung interkultureller Räume und Zwischenräume in Ostmitteleuropa gewidmet. Im Mittelpunkt der Vortragreihe sollen die interkulturellen Verflechtungen und transnationalen Dynamiken Ostmitteleuropas stehen – ein Nebeneinander oder ein Rückzug, Widerstände, Ablehnung, aber auch Begegnungen und Verbindungen, die über einen langen Zeitraum die Geschichte und die Kulturen Ostmitteleuropas prägten. Neben historischen und kulturwissenschaftlichen Perspektiven sollen die Regionen Ostmitteleuropas vor allem aus dem Blickwinkel verschiedener Philologien betrachtet werden.

In der Ringvorlesung soll u.a. folgenden Fragen nachgegangen werden: Gibt es ein konsensfähiges Konzept von Ostmitteleuropa? Welche geographischen und kulturellen Regionen fallen unter den Begriff von Ostmitteleuropa und was verbindet diese Regionen miteinander? Ist Ostmitteleuropa lediglich eine Projektionsfläche, z.B. für Ängste vor der Unübersichtlichkeit eines historisch wie soziokulturell heterogenen Gebietes oder für Träume von einer Harmonie kultureller Vielfalt? Kann das Konzept von Ostmitteleuropa etwas sichtbar machen, das die separate Betrachtung einzelner nationaler und regionaler Kulturen und Literaturen nicht in den Blick zu rücken vermag? Und schließlich: Welche Spuren haben die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten, z. B. die geographische Situierung zwischen den Großmächten, in der Literatur, im Film, in der Fotografie oder in der Bildenden Kunst hinterlassen?

Die Ringvorlesung ist interdisziplinär ausgerichtet; sie richtet sich nicht nur an Studierende der Slavistik, sondern auch an Studierende anderer Literaturen und Kulturen sowie an ein allgemeines, akademisch interessiertes Publikum.

Das Programm der Ringvorlesung finden Sie hier. Konzipiert und organisiert wird sie von Dr. Anja Burghardt und Dr. Jeanette Fabian.

Zeit: Dienstag, 13.11.2018, 18 - 20 Uhr

Ort: München, Geschwister-Scholl-Platz 1, Hörsaalgebäude, Hörsaal E 216

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