[Vortrag München] Wojciech Bałus (Krakau): "Das Problem (mit) der Ikonologie. Erwin Panofsky, Hans Sedlmayr und Lech Kalinowski"

26.10.2017 (14:00 - 15:30)

Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Wojciech Bałus (Krakau) stellt am 26. Oktober im Zentralinstitut für Kunstgeschichte sein aktuelles Forschungsprojekt vor. Der Titel seines Vortrags lautet "Das Problem (mit) der Ikonologie. Erwin Panofsky, Hans Sedlmayr und Lech Kalinowski". 

1972 hat Lech Kalinowski, Professor für Kunstgeschichte in Krakau, den Aufsatz "Ikonologie oder Ikonographie? Der Begriff Ikonologie in den Forschungen Erwin Panofskys" veröffentlicht. Er analysiert darin verschiedene Auflagen von Panofskys "Studien zur Ikonologie und Sinn und Deutung in der bildenden Kunst" und zeigt, dass der Autor den Terminus "Ikonologie" in den 1950er und 1960er Jahren selten, vorsichtig und widerwillig verwendet und das auch mangels eines zutreffenderen Terminus. Den Hintergrund der These Kalinowskis bildet eine kritische Beurteilung der Ikonologie, die auf der Kritik Sedlmayrs an der "astrologischen Ikonologie" beruht. Kalinowski wollte Panofskys Methode vom Missbrauch durch "falsche" Ikonologen "retten". Man kann den Aufsatz "Ikonologie oder Ikonographie?" als Beitrag zum disziplinären Selbstverständnis der Kunstgeschichte um 1970 betrachten und nach der Entwicklung der ikonologischen Methode und ihren methodologischen Grenzen fragen.

Wojciech Bałus, Professor am Institut für Kunstgeschichte der Jagiellonen-Universität zu Krakau, studierte Kunstgeschichte und Philosophie. Gastprofessor an den Universitäten zu Kiel und Mainz. Verfasser zahlreicher Studien zur Geschichte der Architektur, Malerei und Kunsttheorie des 19. und 20. Jahrhunderts, u.a.: "Gotik ohne Gott? Die Symbolik des Kirchengebäudes im 19. Jahrhundert" (Frankfurt/M. 2016) und "Die Etablierung und Entwicklung des Faches Kunstgeschichte in Deutschland, Polen und Mitteleuropa", hrsg. mit J. Wolańska (Warszawa 2010).

Zeit: Donnerstag, 26.10.2017, 14:00-15:30 s.t.

Ort: München, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München, Vortragssaal Raum 242 (2. OG)

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