[Vortrag München] Ein europäischer Erinnerungsort - Das Fort IX in Kaunas

29.03.2017 (19:00 - 21:00)

REIHE: PERSPEKTIVENWECHSEL

Ein europäischer Erinnerungsort - Das Fort IX in Kaunas

mit:

Ekaterina Makhotina (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)

Andreas Heusler (Stadtarchiv München)

Moderation: Franziska Brüning, Historikerin und Journalistin

Mittwoch, 29. März 2017, 19.00 Uhr, Juristische Bibliothek im Rathaus

Die tragische Verbindung zwischen München und Kaunas in Litauen ist bis heute wenig bekannt.

Dort wurden im November 1941 im Fort IX, einer Festungsanlage aus dem Ersten Weltkrieg, ungefähr 1.000 Münchner Jüdinnen und Juden ermordet. „So nimmt dieser Ort für die bayerische Hauptstadt … “ schreibt die Historikerin Ekaterina Makhotina „... einen herausragenden Platz als „negativer Gedächtnisort“ (Reinhart Koselleck) ein, also ein „traumatischer Ort“, an dem „exemplarisch gelitten“ wurde.

Trotz allem ist damit die Geschichte des Fort IX noch nicht erzählt: Der Vernichtungsort für Jüdinnen und Juden ist zudem sowjetische Gedenkstätte für Opfer der deutschen Besatzung sowie Erinnerungsort für stalinistische Verfolgungen in Litauen. Die Verbindung von Stalinismus und von Nationalsozialismus auf engstem musealen Raum, die Präsentation der „doppelten“ Opfererfahrung, so Ekatarina Makhotina, mache das Fort IX in Kaunas heute zu einer für ausländische Besucher ungewöhnlichen, ja einmaligen Gedenkstätte.

Ekaterina Makhotina und Andreas Heusler werden an diesem Abend verschiedene nationale und lokale Perspektiven auf diesen europäischen Erinnerungsort vorstellen. Die Veranstaltung selbst ist Teil der Reihe „Perspektivenwechsel“, im Rahmen des Programms „Drinnen oder draußen? Zusammenleben in Europa, in dem rund 60 lokale, regionale und internationale Kultureinrichtungen ergründen wollen, was Nachbarschaft in Europa heute bedeutet.

Dr. Ekaterina Makhotina ist seit April 2016 wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Ihre Forschung konzentriert sich vor allem auf Geschichte und Erinnerungskultur im östlichen Europa. Der Historiker Dr. Andreas Heusler leitet seit 1994 das Sachgebiet Zeitgeschichte und Jüdische Geschichte am Stadtarchiv München. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die kommunale Erinnerungskultur.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv München und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Anmeldung unter: perspektivenwechsel@muenchen.de oder 089/23326073. Der Eintritt ist frei.

Der Zugang zur Veranstaltung ist nur über die Rathauspforte (beim Fischbrunnen) möglich.

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