[Vortrag Regensburg] Erfahrungen mit einer verspäteten Privatrechtskodifikation: das neue ungarische Zivilgesetzbuch

30.04.2015 (18:00 - 20:00)

Seit März 2014 ist das neue ungarische Zivilgesetzbuch in Kraft. Es löst das Zivilgesetzbuch von 1959 ab, das vom sozialistischen Rechtsdenken geprägt war und deshalb nach 1989 vielfach geändert und durch Einzelgesetze ergänzt werden musste. Das neue Gesetzbuch gilt als Meilenstein in der Geschichte des ungarischen Privatrechts, vereint es doch nahezu alle zivilrechtlichen Materien in einer Kodifikation. Der Vortrag befasst sich mit der historischen Vorgeschichte des Zivilgesetzbuches, beleuchtet die einzelnen Phasen seiner Ausarbeitung und platziert die neue Kodifikation in den Strömungen der europäischen Rechtsentwicklung. Die internen Strukturen des Gesetzbuches werden analysiert und einzelne seiner Institutionen vorgestellt.

Der Vortragende Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Lajos Vékás, Jahrgang 1939, leitete zwischen 1999 und 2012 die Generalkommission für die Kodifizierung des neuen ungarischen Zivilgesetzbuches. Seit 2014 ist Lajos Vékás Vizepräsident der ungarischen Akademie der Wissenschaften. Der Széchenyi-Preisträger war von 1990 bis 1993 Rektor der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest, an der er seit 1977 einen Lehrstuhl für Privatrecht innehatte. Seine Schwerpunkte sind das ungarische Privatrecht, die Rechtsvergleichung und das Internationale Privatrecht.

Gastgeber ist Prof. Dr. Anatol Dutta, Professor für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleich an der Universität Regensburg.

Ort: Universität Regensburg, Vielberth-Gebäude, Hörsaal H26 (2.Stock)

Zeit: 18 Uhr

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