[Vortragsreihe München] Urte Krass (München): "Der Gute Hirte zwischen Asien und Amerika. Zur globalen Ikonographie des 'Quinto Império'"

01.02.2017 (18:15 - 19:45)

Die Vortragsreihe gibt einen Überblick zu den weltweiten Austauschprozessen und künstlerischen Positionen in einer entscheidenden Phase der Globalisierung und eröffnet damit neue theoretische und methodische Zugänge zur Epoche.

Abstract des Vortrags

Indische Elfenbeine des kindlichen Guten Hirten sind inzwischen ins Zentrum der globalen Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit gerückt. Vor allem im Brasilien des 17. Jahrhunderts waren diese enigmatischen und mobilen Skulpturen sehr beliebt. Der Vortrag versucht, aufbauend auf der bisherigen Forschung eine politische Ikonographie dieser Artefakte zu entwickeln und sie an den größeren Kontext einer globalen Visualisierung des "Fünften Weltreiches" anzubinden: Die Idee, das letzte christliche Friedensreich sei unter portugiesischer Führung angebrochen, hatte in den Jahren um 1640 in den verschiedenen Teilen des portugiesischen Kolonialreichs Hochkonjunktur. Ein Vergleich europäischer, indischer und brasilianischer Bilderwelten des "Quinto Império" ermöglicht es, eingehend über Bilder und die Bedingungen ihrer Zirkulation in der frühen Neuzeit nachzudenken.

Zeit: Mittwoch, 01.02.2017, 18-20 Uhr c.t.

Ort: München, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Straße 10, Vortragsraum 242 (II. OG)

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