[Wissenschaftliches Kolloquium] Transfer/Dialog/Austausch: Polnisch-deutsche Beziehungen in Theorie und Praxis der Kunst im 20. und 21. Jahrhundert: Modelle, Methoden und Perspektiven

18.11.2016 (14:00 - 19:45)

Am 18. November lädt die Deutsch-Polnische Gesellschaft München in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut der Universität Danzig und dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte München zum Wissenschaftlichen Kolloquium "Polnisch-deutsche Beziehungen in Theorie und Praxis der Kunst im 20. und 21. Jahrhundert: Modelle, Methoden und Perspektiven" ein.

Als Nachbarn beäugen sich Polen und Deutsche seit je her selbstverständlich auch auf künstlerischem Gebiet. Es ist ein oft bemühtes Klischee, dass vom Mittelalter bis in die Zeiten der sächsisch-polnischen Union der deutsche Anteil an den Prozessen der Einflussnahme ungleich größer gewesen sei als umgekehrt. Häufig wurde völlig einseitig der deutschen Kunst die Rolle der Gebenden zugesprochen, so als hätte es sich bei diesem Prozess nahezu ausschließlich um eine 'Einbahnstraße' gehandelt. Als eklatantes und vielleicht prominentestes Beispiel wäre die Auseinandersetzung über die künstlerischen Errungenschaften in Krakau um 1500 zu nennen.

Wie aber stellte sich die Situation im 20. Jahrhundert dar? Es geht namentlich um eine Region, die vor 1918 verschiedene Torsi der polnischen Staatlichkeit beinhaltete ("Kongresspolen", "Königreich von Galizien und Lodomerien" etc.), gefolgt von der II. Republik Polen in der Zwischenkriegszeit und schließlich um die Nachkriegssituation der Nachbarn Volksrepublik Polen und DDR. Wie wurden beispielsweise in den beiden deutschen Staaten jeweils die Rekonstruktionen ganzer Städte auf polnischer Seite in den Jahren nach dem Krieg rezipiert? Welche Rolle spielte ferner der Austausch der Künstler im ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhundert? Nicht zuletzt drängt sich die Frage auf, welchen Einfluss der polnische Kunsthistoriker Jan Bialostocki auf die deutsche respektive bundesdeutsche Kunstgeschichte ausübte. Damit sind einige Felder und Bereiche benannt, die - neben anderen - auf dem Programm dieses Kolloquiums stehen, das darauf abzielt, den polnischen und den deutschen Forschungsstand zu polnisch-deutschen und zu deutsch-polnischen Beziehungen in den bildenden Künsten und in der Architektur im turbulenten 20. Jahrhundert zu bündeln und zu vergleichen.

Das Kolloquium ist öffentlich und kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Programm (pdf)

Moderation: Christian Fuhrmeister, Aleksandra Lipińska, Winfried Nerdinger, Tomasz Torbus

Zeit: Freitag, 18.11.2016, 14:00-19:45 Uhr

Ort: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München, Vortragsraum 242 (II. OG)

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