Fabian Burkhardt, M.A.

Kontakt:

Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Ludwig-Maximilians-Universität München
Maria-Theresia-Straße 21
D-81675 München
Tel.: +49 (0) 89 / 2180 - 9593

Projekt:

Der Präsident und Machtteilung in der Russischen Föderation – eine Institution im Wandel

Projektbeschreibung:

Das Dissertationsprojekt widmet sich der zentralen Institution des russischen politischen Systems, dem Präsidentenamt. Bei wissenschaftstheoretischer Verortung im historischen Institutionalismus sollen die drei Aspekte der Entstehung, des graduellen Wandels und der Wirkung der Institution auf andere Akteure, Institutionen und Prozesse sowohl im Hinblick auf horizontale wie auch vertikale Machtteilung im Untersuchungszeitraum zwischen 1993 und 2012 analysiert werden.

Während in der vergleichenden Politikwissenschaft präsidentielle Macht, und damit auch deren Wandel, lediglich auf der Verfassungsebene betrachtet wird vernachlässigen regionalwissenschaftliche Arbeiten mitunter oft formale Institutionen, obwohl diese auch in Regimen mit stark ausgeprägter Informalität Politikergebnisse beeinflussen.

Folgende Leitfragen sollen im Dissertationsprojekt erörtert werden: Wie kann abrupter (wie beim Zusammenbruch der Sowjetunion) und gradueller, dynamischer institutioneller Wandel sowohl der formalen, der faktischen wie auch der informellen Macht des Präsidenten (über längere Perioden bei oberflächlicher Kontinuität) adäquat beschrieben und erklärt werden, welcher Typ von Akteur treibt diesen Wandel voran? Welche Rolle spielen dabei die Ideen der Akteure, inwieweit werden Ideen aus dem Westen importiert und an örtliche Gegebenheiten angepasst, bzw. inwieweit findet bewusste Abgrenzung statt? Welche Rolle spielen formale Institutionen in wie in der Russischen Föderation von starker Informalität geprägten Regimen, kann gar von „informeller Institutionalisierung“ gesprochen werden?

Um sich der Fragestellung zu nähern und die drei Aspekte der Entstehung, des Wandels und der Wirkung zu behandeln wird ein qualitatives Fallstudiendesign angewendet, um sowohl longitudinale wie auch auf subnationaler Ebene interregionale Vergleiche anstellen zu können.

Lebenslauf:

Geboren 1984 in Schwäbisch Gmünd. Studium der Sprachen Russisch und Englisch, der Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Russian Studies in Heidelberg, Sankt-Petersburg, Hagen und London. Von April 2012 bis November 2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der LMU im Kompetenznetz Institutionen und institutioneller Wandel im Postsozialismus (KomPost). Seit November 2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien. Außerdem seit November 2013 Mitglied im Forschungsnetzwerk Verfassungspolitik in den postsozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas (Fallstudie Belarus). Reise- und Forschungsstipendien: Landestiftung Baden-Württemberg, DAAD, KomPost und der Open Society Foundation. Koordinator deutsch-polnisch-russischer Jugendforen für DRJUG- Alumniverein des Deutsch-Russischen Jugendparlaments e.V.; Kurator der Wanderausstellung „Armenier und der Krieg 1941 - 1945: Erinnerungen an Kriegsgefangenschaft, Zwangsarbeit und das Leben danach.

Publikationen:

Aufsätze und Artikel

Concepts of the Nation and Legitimation in Belarus, in: M. Brusis/J. Ahrens/M. Schulze Wessel (Hg.): Politics and Legitimacy in Post‐Soviet Eurasia, London: Palgrave Macmillan, 2015, S. 148-171.

Authoritarian rulers and information: Russia and unreality – a menace for the EU, and Putin’s regime. In: Intersection Project: Russia / Europe / World, 02.06.2015, http://intersectionproject.eu/article/politics/authoritarian-rulers-and-information.

Externe Einflüsse auf den ukrainischen Reformprozess: Wer bekommt was, wann und wie? In: Ukraine-Analysen Nr. 148, 24.03.2015, S. 21-24.

Die Ukraine-Krise in den deutschen Talkshows, in: Ukraine-Analysen Nr. 135, 24.06.2014, S. 10-19.

Neopatrimonializacija vmesto modernizacii: politika Germanii v otnošenii Rossii i «otkat». Forum novejshej vostočno-evropejskoj istorii i kul’tury, in: Russkoe izdanie № 2 (2013), http://www1.ku-eichstaett.de/ZIMOS/forum/inhaltruss20.html.

Neopatrimonialisierung statt Modernisierung. Deutsche Russlandpolitik plus russischer Otkat. OSTEUROPA, 63. Jg., 8/2013, S. 95-106.

Journalistische Beiträge

U.a. auf dw-world.de, rferl.org, reason.com, georgiandaily.com, politcom.moldova.org, goethe.de, echo.msk.ru/blog, nzz.ch, neweasterneurope.eu, blog.zeit.de, opendemocracy.net.

Vorträge:

02/2016
"Presidential power and agenda-setting in the Russian Federation: The presidential address to the Federal Assembly 1994 - 2012", Comparative Presidentialism seminar on paraconstitutional practices and informal institutions, St. Antony's College, University of Oxford.

11/2015
"Presidential power and institutional change in the Russian federation: accumulation, deinstitutionalization or signaling?", Kolloquium der Forschungsstelle Osteuropa Bremen.

03/2015
Presidential power and institutional change in the Russian Federation. BISA PGN Annual Conference, King’s College London.

06/2014
“Constructing the nation - and its crisis? On the use of nationalist and crisis discourses in post-Soviet Belarus and Kyrgyzstan”. Ko-Autor das Papiers, welches von Philipp Lottholz vorgestellt wurde auf der Konferenz “Nationalist Responses to Economic and Political Crises” organized by the Nationalism Studies Pogram at the Central European University (CEU) and the Association for the Study of Nationalities (ASN) Central European University, Budapest.

04/2014
Regime Durability and Legitimacy: The Consolidation of National Identity in Belarus. The association for the Study of Nationalities 2014 World Convention. New York, Columbia University, Harriman Institute.

02/2014
Presidential power and centre-periphery relations in Russia 1991-2012: Does institutional change have an effect on the recruitment of presidential representatives? KomPost-Workshop Elite Networks in Russia and Ukraine - Change, Structures and Political Role. Berlin, Stiftung Wissenschaft und Politik.

11/2013
Neopatrimonialisation instead of modernisation. Germany’s policy towards Russia plus Russian otkat. Research seminar "German - Russian relations in a Wider Europe: Interdisciplinary Facets". Berlin, Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin.

03/2013
Executive-Legislative Relations in the Russian Constitutional Discourse: The Making of non-Western Constitutionalism (zusammen mit Petra Stykow).
KomPost-Workshop. München.

06/2012
Belarus – ein Staat ohne Nation, aber mit zwei nationalen Identitäten? 20. JOE-Tagung: Jenseits der Transformation. Tutzing, Akademie für politische Bildung.

12/2011
“Medvedev’s conservative modernization. A hegemonic discourse analysis.” Internationale Konferenz für Nachwuchswissenschaftler, Fakultät für Internationale Beziehungen, Staatliche Universität Sankt-Petersburg, Sankt Petersburg, Russland.

Fabian Burkhardt