Helena Holzberger, M.A.

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Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Ludwig-Maximilians-Universität München
Maria-Theresia-Straße 21
D-81675 München
Tel.: +49 (0)89 / 2180 - 1330
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Promotionsprojekt

Fotografie & Russlands Orient. Koloniale und lokale Bilderwelten an der zentralasiatischen Peripherie im Diskurs der Moderne (1870-1941)

Die russische Eroberung Zentralasiens ging einher mit der Genese der Fotografie im russischen Imperium. Das neue Medium etablierte sich schnell in der Kolonie Turkestan, auch bei der indigenen Bevölkerung. Durch die aktive Adaption der Fotografie als technische und kulturelle Neuerung wurde die Gesellschaft Turkestans verändert - die Kolonisierten waren dabei nicht nur Objekte russischer Fotografen, sondern auch aktive Akteure. Ab 1917 wurde die Fotografie im Zuge der Russischen Revolution auch an der Peripherie politisiert. In den neuen sozialistischen Republiken dokumentierten sowjetische Fotojournalisten die Modernisierung des Landes und nutzten dabei avantgardistische Stilmittel. Diese Prozesse zu analysieren und in einen (foto-)historischen Kontext einzuordnen ist eines der Ziele meiner Studie. Ein weiterer Fokus liegt auf dem diskursiven Orientbild, seinen Kontinuitäten und Brüchen über den Regimewechsel hinweg sowie den fotografischen Erscheinungsformen eines genuin russischen / sowjetischen Orientalismus. Meine Analyse gründet auf Theorien zu Imperien, Moderne und Post-Kolonialismus. Untersucht werden dabei Fotografen und politische Akteure, ihre Netzwerke, der Wissenstransfer zwischen Zentrum und Peripherie und visuelle Diskurse. Ausgewählte Fotos zudem einer qualitativen Bildanalyse unterzogen, die nach Form, Stil und Ikonographie fragt.

Siehe auch die Projektskizze in Newsletter Nr. 5, Wintersemester 2015/16, der Graduiertenschule

Curriculum Vitae

seit 11/2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien / LMU München mit Lehrtätigkeit am Lehrstuhl für Russland-/Asienstudien
02/2014 Magisterexamen in den Fächern Osteuropäische Geschichte und Europäische Kunstgeschichte. Thema der Magisterarbeit: Konstruktionen und Interpretationen des ukrainischen Raumes in der NS- Besatzungspresse. Das Beispiel Deutsche Ukraine-Zeitung (betreut durch Prof. Dr. Heinz-Dietrich Löwe)
02/2014 - 12/2014 Wissenschaftliche Honorarkraft im Editionsprojekt "Russland und der russische Hof aus der Sicht europäischer Diplomaten" (DHI Moskau / PD Dr. Franziska Schedewie)
03/2014 - 10/2014 Geprüfte wissenschaftliche Hilfskraft und Lehrbeauftragte an der Professur für Osteuropäische Geschichte in Heidelberg (Prof. Tanja Penter)
08/2008 - 02/2014 Studentische Hilfskraft und Tutorin am Seminar für Osteuropäische Geschichte in Heidelberg
2006 - 2013 Studium der Osteuropäischen Geschichte, Europäischen Kunstgeschichte, Neueren Geschichte und Jüdischer Geschichte an der Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg

Publikationen

Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden

Constructions and Intepretations of the Ukrainian space in the newspaper Deutsche Ukraine-Zeitung (1942-44). In: Heinz-Dietrich Löwe (Hg.): NS-Occupation Press in the Soviet Territories (in Vorbereitung).

Weitere Veröffentlichungen

„Černobyl und Fukushima: Perspektiven der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Eindrücke von einem Workshop. In: Erinnerungskulturen. Erinnerung und Geschichtspolitik im östlichen und südöstlichen Europa, 10.03.2017.

Zus. mit Mara Matičević: Tagungsbericht: Cultural Hegemonies in Spaces of Diversity: Second Annual Conference of the Graduate School for East and Southeast European Studies, 07.05.2015 – 09.05.2015 Regensburg. In: H-Soz-Kult, 02.10.2015.

Vorträge (Auswahl)

2016

"The Visual Shaping of Stalin’s Orient. Photographs of Uzbekistan in the Soviet Press During the First Five-Years-Plan" (Konferenz "Photographing under Dictatorships of the Twentieth Century: Public Spheres and Photographic Practices", HU Berlin, Oktober 2016).

2015

“A textbook of modernization: the photo-book '10 years SSR Uzbekistana'" (Conference “Photographing Asia" / LMU München, September 2015).

“Russlands Orient im Fokus. Fotografie in Zentralasiens zwischen kolonialen Bilderwelten, lokalen Studios und sowjetischer Moderne“, (Kolloquium PD Dr. Franziska Schedewie und PD Dr. Jörg Ganzenmüller, Jena, Juli 2015).

“Focussing on Russia’s Orient – Uzbek Photography between colonial images, local professionals and Soviet modernity (1870 – 1941)” (Conference and Summer school “Comparative Studies of Power and Diversity in Historic Empires”, Higher School of Economy, St. Petersburg, Juni 2015).

“Picturing Progress? The visual discourse of Soviet Central Asia in Pravda in the 1920s“ (Workshop „Wissensproduktion und Wissenszirkulation zwischen Russland und Asien“, Cluster of Excellence Asia and Europe in a Global Context (Heidelberg) / Lehrstuhl für Russland-/Asienstudien (München), München, Mai 2015).

2014

“Zentralasien in frühen sowjetischen Fotografien” (Kolloquium Prof. Dr. Tanja Penter, Heidelberg, Juli 2014).

2013

“Propaganda für die Herrenmenschen des Osten – Die Deutsche Ukraine-Zeitung” (Südwestdeutscher Studientag, Tübingen, Mai 2013).

"Konstruktionen und Interpretationen des ukrainischen Raumes in der NS- Besatzungspresse. Das Beispiel Deutsche Ukraine-Zeitung" (Kolloquium Prof. Dr. Heinz-Dietrich Löwe und PD Dr. Andreas Renner, Heidelberg, April 2013).

Lehre

SoSe 2015 Übung “Sowjetische Nationalitätenpolitik in Zentralasien”, LMU München
SoSe 2014 Übung “Die 20er Jahre in der Sowjetunion", Uni Heidelberg
SoSe 2012 Sprachkurs Russisch für Historiker II, Uni Heidelberg
WiSe 2011/12 Sprachkurs Russisch für Historiker I, Uni Heidelberg
2009 - 2013 Tutorium “Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten”, Uni Heidelberg
Helena Holzberger, Foto: Fabian Burkhardt