Jan Tesař, M.A.

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Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Ludwig-Maximilians-Universität München
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D-81675 München
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Promotionsprojekt

Die Geschichte des wissenschaftlichen Atheismus. Eine vergleichende Untersuchung der Tschechoslowakei und der Sowjetunion (1953-1989) [abgeschlossen]

Das Hauptziel des Projekts ist es, den sogenannten wissenschaftlichen Atheismus zu untersuchen und seine Entwicklung in zwei mutmaßlich ideologisch monolithischen sozialistischen Ländern zu verfolgen. Der Schwerpunkt wird nicht auf der Erklärung der Misserfolge liegen, sondern auf der inneren Funktionsweise der neu entwickelten theoretischen Konzepte und sozialen Praktiken, die unter dem Begriff des wissenschaftlichen Atheismus verstanden werden können. Mit anderen Worten: Das Hauptanliegen des Projekts ist es nicht, die Frage zu beantworten, warum der wissenschaftliche Atheismus gescheitert ist, sondern vielmehr wie er funktioniert hat. Eine andere Hauptforschungsfrage lautet: Inwiefern unterscheiden sich Theorie, Praxis und Rezeption des wissenschaftlichen Atheismus in beiden Ländern?

Die Antworten auf diese Fragen werden uns die Macht, aber auch die Grenzen der Ideologie in den sozialistischen Ländern besser verstehen lassen, weil der wissenschaftliche Atheismus von zeitgenössischen Parteiideologen als eines der wichtigsten Werkzeuge angesehen wurde, um den neuen sozialistischen Mensch zu schaffen.

Die Forschungsschwerpunkte lassen sich in drei Bereiche unterteilen. Das erste Forschungsgebiet wird einen Expertendiskurs von professionellen wissenschaftlichen Atheisten umfassen. Der zweite Forschungsbereich wird die institutionelle Entwicklung und Verwaltungspraxis untersuchen, deren Ziel es war, die Ideen des wissenschaftlichen Atheismus in die Gesellschaft zu tragen. Abschließend wird die Rezeption des wissenschaftlichen Atheismus untersucht.

Siehe auch die Projektskizze in Jahresbericht 2015 der Graduiertenschule

Curriculum Vitae

Jan Tesař wurde in Varnsdorf (Tschechische Republik) geboren. Er studierte tschechoslowakische Zeitgeschichte an der Karls-Universität Prag. 2011 hielt er einen Vortrag zum Thema "Tank no. 23 and the collective memory" bei der Trialog-Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung in St. Petersburg. Im selben Jahr studierte er in Moskau, von 2011 bis 2012 an der University of Essex.

Funktionen und Mitgliedschaften

  • Mitglied der Studiengruppe

Publikationen

Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden

What significance does the idea of the "active audience" have for the understanding of the power of the media? In: Ideate 8/2012.

Jan Tesař