Jana Kantoříková, M.A.

Kontakt

Université Paris-Sorbonne (Paris IV)
Centre universitaire Malesherbes – UFR d’Etudes slaves
108 boulevard Malesherbes
75017 Paris
E-Mail

Promotionsprojekt

Das Werk Miloš Martens und die Frage der Intertextualität

Bei meinem Projekt handelt sich um eine komparatistisch ausgerichtete Analyse, die das Werk des tschechischsprachigen Schriftstellers und Kritikers Miloš Marten (1883-1917), der als Impulsgeber zwischen den Metropolen Prag und Paris tätig war, in Beziehung zur zeitgenössischen deutschen, französischen und englischen Literatur setzt. Aufgrund der zahlreichen intertextuellen Anleihen und Verweise wurde Marten im Jahre 1917 vom einflussreichen Kritiker F. X. Šalda als Epigone und Plagiator bezeichnet und sein Werk als „Abklatsch der spätromantischen westlichen Belletristik” verurteilt, was einer der Gründe war, der zur Marginalisierung von Martens Werk wie auch seiner Persönlichkeit in der Literaturgeschichte führte. Ziele der Dissertation ist es 1.) diese ablehnende Haltung im damaligen literarischen Kontext zu erläutern und die sog. Plagiatsdebatte - die kritischen Disqualifikationsdiskurse (Kategorien wie Un-originalität, Un-ursprünglichkeit, Epigonentum, Plagiieren, Nachahmung, Nachmachung) zu analysieren 2.) die sog. Konkretisierung von Martens Werkes und die „Martens-Bilder“ in der Literaturgeschichte vorzustellen 3.) andere Interpretation Martens Prosa - "Cyklus rozkoše a smrti", dt. "Der Zyklus des Lustsinnes und des Todes" und "Pohádky a podobenství", dt. "Die Märchen und die Parabel" - anzubieten 4.) die einzelnen Redaktionen Martens Werke sprachlich zu analysieren. Als methodologische Grundlage ziehe ich die Diskursanalyse, die Impulse der Prager Schule und die Rezeptionsästhetik heran.

Curriculum Vitae

Jana Kantoříková wurde in Česká Lípa (Tschechische Republik) geboren. 2007 hat sie den Studiengang historisch-literarische Studien an der Universität Pardubice (B.A.) und 2010 das Studium der Tschechischen Philologie an der Universität Olomouc (M.A.) abgeschlossen. Ihre Promotion hat sie im Jahre 2011 an der Karls-Universität Prag angefangen, seit 2014 promoviert sie an der Universität Regensburg im Rahmen eines binationalen Verfahrens.

Als Stipendiatin hat sie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (WS 2009-2010), an der Universität Leipzig (Mai-Jun. 2012, als Gastwissenschaftlerin am GWZO), an der Humboldt-Universität Berlin (Sommerschule), an der Universität Regensburg (BAYHOST-Stipendium, Deutsch-Tschechisches Zukunftsfond) und an der Paris-IV Sorbonne (Sept.-Nov. 2014, Stipendium der französischen Regierung) studiert. 2011-2012 hat sie als Gymnasiallehrerin, Lektorin für Tschechisch als Fremdsprache und freie Übersetzerin gearbeitet. Von März 2013 bis April 2014 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für slawische Literaturen und Kulturen der Universität Passau beschäftigt. Seit November 2014 ist sie Mitglied der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien. Zum 1. Oktober 2015 hat sie einen Lehrauftrag an der Université Paris-Sorbonne angenommen.

Publikationen

„Za zastřeným profilem. Martenův Suarès a smysl sakurového květu.“ In: Tahy 2015: Literárněkulturní ročenka. Červený Kostelec a Pardubice 2015 (im Druck)

„Die doppelte bemerkenswerte Marginalie: ´Cikáni´ a česká vesnice von Daniel Soukup.“ In: Zeitschrift für slawische Philologie 2014. (im Druck)

„Decadence before? Několik poznámek k Šaldově ideji dekadence.“ In: Revue Pandora č. 26/27 2013, S. 179-186.

„L´invisible et le visible dans le discours de la literature tchèque moderne: ´la vue intérieure´.“ In: Ostium. Internetový časopis pre humanitné vedy 2014. (im Druck)

„L´ornement. Entre la nature, la culture et la civilisation. A l´example de Miloš Marten.“ In: Opera romanica, České Budějovice. (im Druck)

„Intertextuální dialog v raném díle Miloše Martena.“ In: Moderna&Moderny. Olomouc, Univerzita Palackého 2013, S. 214-232.

„Dvě moci. Dekadence jako forma subverze.“ In: Tahy 2012: Literárněkulturní ročenka. Červený Kostelec a Pardubice 2012, S. 24-35.

„Miloš Marten: Varianta Przybyszewského psychického naturalismu.“ In: Hranice v literatuře – literatura a její hranice. Studia slavica. Opole, Uniwersytet Opolski 2012. (im Druck)

„Šestý smysl dekadentního symbolismu.“ In: WIENDL Jan (ed.): Tělo, smysly, emoce v literatuře. FF UK, Praha 2012, S. 80-91.

Vorträge

Jul. 2014 „L´invisible et le visible dans le discours de la literature tchèque moderne: ´la vue intérieure´.“ (dt. „Das sichtbare und das unsichtbare im Diskurs der modernen tschechischen Literatur: ´Die innere Sehekraft´“), XXIIIème Université d’Été de l’Association Jan Hus, Modra (Slowakei)

Jul. 2013 „L´ornement. Entre la nature, la culture et la civilisation. A l´example de Miloš Marten“ (dt. Das Ornament. Zwischen der Natur, der Kultur und der Zivilisation. Am Beispiel Miloš Martens“), XXIIème Université d’Été de l’Association Jan Hus, České Budějovice

Ap. 2013 „Intertextualität als zentrales Verfahren der klassischen tschechischen Moderne am Beispiel Miloš Martens“, SPIM Kolloquium, Salzburg

Jan. 2013 „Geschichte eines Verweises“, Junge Slawistik im Dialog, Kiel

Okt. 2012 „Šestý smysl dekadentního symbolismu“ (dt. „ Der sechste Sinn des dekadenten Symbolismus“), Tschechisch-polnische Konferenz „Körper, Sinn und Emotion in der Literatur“ (dt.), Prag

Sept. 2012 „Miloš Marten: Varianta Przybyszewského psychického naturalismu“ („Miloš Marten: Die Variante des psychischen Naturalismus Przybyszewskis“)

Jana Kantikorova