PhDr. Jaromír Mrňka

Oktober 2015 - Juli 2016

Der tschechische Historiker PhDr. Jaromír Mrňka ist als DAAD-Forschungsstipendiat von Oktober 2015 bis Ende Juli 2016 zu Gast an der Ludwigs-Maximilians-Universität München und wird in dieser Zeit eng mit der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien zusammenarbeiten.

Mrňka ist seit 2013 Doktorand am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Karls Universität in Prag. Im Sommer 2014 war er im Rahmen eines zweimonatigen Stipendiums bereits am Collegium Carolinum in München tätig. In Forschung und Lehre beschäftigt sich Mrňka mit der jüngeren europäischen Sozial- und Kulturgeschichte sowie mit Theorie und Methode der Geschichtswissenschaft. Gearbeitet hat er unter anderem zu Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Sein Forschungsinteresse liegt gegenwärtig vor allem auf den Wert- und Konsenstransformationen der tschechischen Gesellschaft im 20. Jahrhundert - hier setzt sein Dissertationsprojekt zur Radikalisierung der tschechischen Gesellschaft (1935-1956) an. Zudem arbeitet er in einem Projekt des Instituts für Zeitgeschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften mit, das unter Leitung von Mgr. Vitezslav Sommer, PhD Politiken und Konzepte der gesellschaftlichen Lenkung in der Tschechoslowakei (1953-1975) und den „Weg zum technokratischen Sozialismus“ untersucht.

Publikationen (Auswahl):

Svéhlavá periferie. Každodennost diktatury KSČ na příkladu okresů Šumperk a Zábřeh 1945–1960. [Eigensinnige Peripherie. Der Alltag der KSČ-Diktatur am Beispiel der Bezirke Šumperk und Zábřeh 1945–1960]. Prag: Ústav pro studium totalitních režimů, 2015.

Svéhlaví aktéři a (bez)mocná diktatura. Dějiny každodennosti a výzkum mentalit zemědělského obyvatelstva na příkladu kolektivizace v pohraničí českých zemí. [Eigensinnigen Akteure und machtvolle/lose Diktatur. Alltagsgeschichte und Mentalitätenforschung der Landwirtschaftsbevölkerung am Beispiel der Kollektivierungsprozess im tschechischen Grenzlandgebiet]. In: Východočeské listy historické, 32/2014, S. 229-236.

“Odhalením chyb ukazujeme svoji sílu. Proměny myšlenkového světa lokálních stranických elit v průběhu roku 1956 na příkladu Šumperska a Zábřežska ”. [‚Mit der Entdeckung unserer Fehler zeigen wir unsere Macht.‘ Die Veränderungen der Sinnwelt der lokalen Parteieliten im Jahr 1956 am Beispiel der Bezirke Šumperk und Zábřeh]. In: PETRÁŠ, Jiří – SVOBODA, Libor: Československo 1954-1962. Praha - České Budějovice: Ústav pro studium totalitních režimů 2015, S. 465-474.

Kontakt

Ústav pro studium totalitních režimů
Siwiecova 2
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