Julia Kling, M.A.

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Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Universität Regensburg
Landshuter Str. 4
D-93047 Regensburg

Project

Fighters and victims among the post-war heroes. International veterans' associations, the Cold War and the European politics of history with regard to Yugoslavia (1945-1971) [= Von Kämpfern und Opfern unter den Nachkriegshelden. Internationale Veteranenverbände, der Kalte Krieg und europäische Vergangenheitspolitik am Beispiel Jugoslawiens (1945-1971)]

Project Description (German)

Wie der Zweite Weltkrieg erinnert werden sollte, war nach 1945 für alle Staaten Europas eine der zentralen Fragen. So auch für das sozialistische Jugoslawien. Doch waren im Entwicklungsprozess dieser Kriegserinnerungen nicht nur nationale Einflüsse maßgebend, sondern auch der Austausch in internationalen Foren. Ziel dieser Arbeit ist es, die wechselseitigen Verbindungen zwischen dem jugoslawischen Veteranenbund und zwei großen internationalen Dachverbänden, entstanden aus Zusammenschlüssen von Opfer- und Veteranenverbänden des Zweiten Weltkriegs aus Ost- und Westeuropa, zu untersuchen. Diese sind die World Veterans Federation (WVF) und die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR). Die Arbeitsthese des Vorhabens lautet, dass trotz der von den beiden Machtblöcken bestimmten politischen Verhältnisse im Europa des Kalten Krieges ein Austausch jenseits des nationalen Raums stattfand, der wiederum auf nationale Diskurse zurückwirkte. Die jugoslawischen Akteure kamen durch ihr Engagement in den internationalen Dachverbänden mit europäischen Diskursen der Nachkriegszeit in Berührung, nahmen aktiv teil an ihrer Formierung, brachten aber auch dort geführte Diskussionen in den nationalen Raum zurück. Sowohl die beteiligten Akteure als auch die sich ergebenden erinnerungskulturellen Kontaktpunkte zwischen Jugoslawien und dem restlichen Europa sollen in diesem Zusammenhang untersucht werden. Jugoslawien als ein Land zwischen den Blöcken, in dem die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg eine überragende ideologische Rolle für das kommunistische Regime spielte, stellt für eine solche Fragestellung ein besonders aufschlussreiches Fallbeispiel dar.

Curriculum Vitae

Seit 04/2016 Wissenschaftliche Volontärin am Historischen Museum der Pfalz, Speyer

12/2012 – 03/2016 Stipendiatin der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, Universität Regensburg

10/2009 – 03/2012 Masterstudiengang „Ost-West-Studien“ (M.A.), Universität Regensburg

  • Persönliche Studienschwerpunkte: Geschichte und Kulturwissenschaft mit Fokus auf die Länder Mittel- und Südosteuropas im 20. Jahrhundert

10/2006 – 07/2009 Studium der Anglistik mit Europäischer Geschichte (B.A.) / BA Hons English and History, Studium an der Universität Bayreuth und der University of Chester, Großbritannien, im Rahmen des „Joint-Degree-Programme“ beider Universitäten.

Publications

Monograph

Das Konzentrationslager Flossenbürg in der Erinnerung und der ‚erinnerten Erinnerung‘ – Die Lebensgeschichte eines serbischen Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung und ihre transgenerationelle Verhandlung, Regensburg 2012 (= Institut für Ost- und Südosteuropaforschung - Mitteilungen; Bd. 61 [pdf]).

Article

Zus. mit Sabina Blomann, Roxana Hila, Friederike Kind-Kovács und Markus Meinke: Die erzählten Grenzen. Geschichte von Unten – Lebensgeschichtliche Interviews im bayrisch-böhmischen Grenzraum. In: Blick in die Wissenschaft 23 (2011), S. 3-10.

Other Papers

Aufbruch in ein gemeinsames Europa: Feier des Pfingstfestes im Kaiserdom. Kurienkardinal Joseph Ratzinger am 2. und 3. Juni 1990 in Speyer. In: Alexander Schubert (Hg.): Weltbühne Speyer. Die Ära der großen Staatsbesuche, Heidelberg: verlag regionalkultur 2016, S. 90–91.

Dreaming an Unlimited Dream in a World of Division: A Veterans‘ Utopia? In: Erinnerungskulturen. Erinnerung und Geschichtspolitik im östlichen und südöstlichen Europa, 17.06.2015, URL: https://erinnerung.hypotheses.org/276.

Reviews

Birgit Schwelling (Hg.), Reconciliation, Civil Society, and the Politics of Memory. Transnational Initiatives in the 20th and 21st Century, Bielefeld: transcript Verlag 2012. In: Südost-Forschungen 73 (2014), S. 610–613.

Presentations / Lectures

Januar 2016 – "Die Europäische Dimension jugoslawischer Erinnerung. Diskursverschiebungen in Europa als Wandlungsoptionen für die (inter-)nationale Veteranengemeinschaft“, Forschungskolloquium „Geschichte und Sozialanthropologie Südost- und Osteuropas“, Universität Regensburg.

November 2015 – “To Acknowledge or to Disregard the ‘Facts’? Yugoslav Resistance Fighters of WWII and the Challenge of an International Collective Memory of Veterans”, Association for Slavic, East European, and Eurasian Studies (ASEEES) 47th Annual Convention, Philadelphia.

Oktober 2015 – “The Impact of Transnational Discourses on National Memory in Socialist Yugoslavia: The Case of Veteran and Victim Associations”, International Workshop "New Research in the Social History of State Socialism", Karls-Universität Prag.  

Juni 2013 – Vorstellung des Promotionsprojekts auf dem Nachwuchsworkshop "Verflechtungsgeschichte des östlichen Europas im 20.Jahrhundert" der Forschungsplattform „Wiener Osteuropaforum“, Wien.  

Oktober 2012 – „Das Konzentrationslager Flossenbürg in der Erinnerung und der ‚erinnerten Erinnerung‘“, Forschungskolloquium zum ehemaligen KZ Flossenbürg, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Oktober 2012 – „Ein Blick durch den Vorhang? (Trans-)nationale Akteure und das jugoslawische Nachkriegsgedenken“, Internationaler Trialog „Die Veränderungen des Gedächtnisses und die Visionen der Zukunft – Deutschland, Russland, Tschechische Republik“; Prag.

Oktober 2011 – „Erinnerungen eines serbischen Überlebenden an das KZ Flossenbürg“, Internationaler Trialog „Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg – Deutschland, Russland, Tschechische Republik“; St. Petersburg.

Oktober 2010 – „‘Ich habe nicht viel gehabt von meinem Leben‘: Lebensgeschichtliche Erinnerungen an Krieg, Vertreibung und Systemkonflikt im bayerisch-böhmischen Grenzraum“ (zusammen mit Sabina Blomann und Roxana Hila), Internationaler Trialog „Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg – Deutschland, Russland, Tschechische Republik“; Regensburg.