Kai Johann Willms, M.A.

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Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien
Ludwig-Maximilians-Universität München
Maria-Theresia-Straße 21
D-81675 München
Tel.: +49 (0)89 / 2180 - 9592
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Promotionsprojekt

Historiker als Mittler des Kulturtransfers. Polnische Historiographie im amerikanischen Exil, 1939–1989

Die Zunahme transnationaler Verflechtungen ist nicht nur ein Gegenstand der historischen Forschung, sie hat auch prägenden Einfluss auf den Prozess der Geschichtsschreibung selbst. Den Rahmen der Historiographiegeschichte bildete bislang jedoch meist der Nationalstaat. Das Dissertationsvorhaben beleuchtet daher eine Gruppe, deren Wirken als idealtypischer Untersuchungsgegenstand einer transnationalen Historiographiegeschichte begriffen werden kann: polnische Historiker, die infolge der Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg bzw. infolge der Errichtung der kommunistischen Diktatur nach dessen Ende in die USA emigriert waren. Jene fungierten, so die leitende Hypothese des Projekts, als Mittler eines Kulturtransfers: Einerseits eigneten sie sich selektiv Methoden und Konzepte ihrer neuen wissenschaftlichen Umgebung an, was ihr Bild von der polnischen Geschichte transformierte. Andererseits nahmen sie als im Kontext des Ost-West-Konflikts begehrte Experten Einfluss auf das amerikanische Osteuropabild. Indem es diesen Transfer anhand von Veröffentlichungen und Nachlässen der Exilhistoriker analysiert, leistet das Vorhaben ebenso einen Beitrag zum Verständnis der Bedeutung intellektueller Grenzgänger im Kalten Krieg wie zur Beantwortung der Frage, inwieweit historiographische Produktion durch den sozialen Kontext der Schreibenden ermöglicht und begrenzt wird.

Curriculum Vitae

Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Freiburg sowie der Modernen Europäischen Geschichte in Berlin und Warschau. 2016 Masterarbeit zum Thema "'Entspannung' versus 'Solidarität'? Mediale Repräsentationen und politische Resonanzen der polnischen Krise 1980–1983 in der Bundesrepublik Deutschland", ausgezeichnet mit dem Johann-Gustav-Droysen-Preis des Instituts für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2011 bis 2016 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, 2012/13 studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit Dezember 2016 wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa, Lüneburg; zwischen April und September 2017 Humboldt Research Track Scholarship, gefördert aus Mitteln der Humboldt-Universität zu Berlin im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern. Seit November 2017 Mitglied der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien.

Publikationen

Aufsätze

Zus. mit Martin Wagner, Susanne Quitmann und Helge Jonas Pösche: Die Atombombenabwürfe auf Nagasaki und Hiroshima im August 1945: "Global Moments"? Teil 1. In: Zeitgeschichte online (13.04.2017). URL: http://www.zeitgeschichte-online.de/thema/die-atombombenabwuerfe.

Tagungsberichte

Zus. mit Jane Freeland: Physical Violence and State Legitimacy in Late Socialism – Final Conference, 27.02.2014–01.03.2014, Berlin. In: H-Soz-Kult (23.06.2014). URL: http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5436.

Biopower and Physical Violence – Embodied Experiences in Communist Europe, 24.01.2014, Potsdam. In: H-Soz-Kult (15.04.2014). URL: http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5308.

Kai Willms