Literatur - Narrativität - Diskurs

Leitung: Prof. Dr. Raoul Eshelman, Prof. Dr. Riccardo Nicolosi, Prof. Dr. Susanne Strätling

In der Studiengruppe „Literatur - Narrativität - Diskurskommen Promovierende, Postdocs und Projektleiter aus der Slavistik und der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft zusammen. Im Fokus der gemeinsamen Arbeitstreffen stehen literarische Diskurse und Textpraktiken ost-, mittelost- und südosteuropäischer Autorinnen und Autoren vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute.

Dabei werden in transnational und interdisziplinär vergleichender Perspektive spezifische Erzählweisen, Narrative und durch sie erzeugte Bedeutungsebenen untersucht wie auch kulturhistorische Hintergründe für Entstehungsprozesse, Rezeption und Wirkungsmacht von Texten besprochen. Das Themenspektrum der aktuellen Projekte umfasst Fragen zu politischen Narrativen und Poetiken in historischen Übergangszeiten, zu Transformationen von Erinnerungskulturen, zu Figurationen des  Hybriden in transkulturellen Kontexten der Migration, zur (De)Konstruktion kultureller und nationaler Identitätszuschreibungen, zu Erfahrungen von Alterität und Kontingenz sowie zu Imaginationen und Wahrnehmung des (Kultur)Raums.

Daneben widmet sich die Studiengruppe auch literatur- und kulturtheoretischen Texten und historisch-kulturellen Dynamiken von Wissensdiskursen in Beziehungen der Literatur zu anderen Künsten und Medien. Diese sollen u.a. dazu dienen, die Besonderheiten narrativer Sinnstiftung und die epistemologische Funktion der Literatur zu diskutieren, wie auch dazu, die Möglichkeiten und Grenzen der Literaturwissenschaft selbst zu erörtern und damit die eigenen Methoden und Begriffe zu schärfen. Narrativität stellt für die Arbeit der Studiengruppe eine Schlüsselkategorie zur Analyse von Geschichte(n) im Spannungsfeld von Fiktion und Faktualität dar.

Aktuelle Aktivitäten ...

Mitglieder:

Frances Jackson M.A.
"Zůstali věrni?" Narrativierung(en) der nationalen Gefährdung

Marina Klyshko, M.A.
Das politische Imaginäre eurasischer Fiktionsräume: China im postsowjetischen Diskurs Russlands

Der einsame Mann, die einsame Frau. Die Krise der Geschlechter in der russischen Literatur der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
 
Der Fluss unter der Brücke. Die Drina als ambivalenter Erinnerungsort
 
"Die jüdische Frau" – Verhandlungen von Weiblichkeit und Judentum in der kulturzionistischen Literatur und Publizistik
 

Mara Matičević, M.A.
Grenzenloses Erzählen. Narrative Konstruktionen migratorischer Subjekte in den Literaturen der Gegenwart

Emanuel Tatu, M.A.
"Erfahrung" und "Wahrnehmung" in der Prosa rumänisch-jüdischer Autoren der Zwischenkriegszeit (ca. 1920-1940). Ion Călugăru, Ury Benador, Max Blecher

Philipp Tvrdinić, M.A.
Stanislaw Lem und die Kybernetik

Dr. Nina Weller
Auf der Suche nach Alternativen zur "Großen Vaterländischen Geschichte": Kontrafaktische historische Narrative in der russischen, ukrainischen und belarussischen Gegenwartsliteratur