Max Trecker, M.A.

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Promotionsprojekt

Red Money for the Global South: The Council for Mutual Economic Assistance (CMEA) and the Economic Side of the Cold War in the Third World [abgeschlossen]

Die Forschung zu den ehemals sozialistischen Staaten in Osteuropa verlässt zu selten den Rahmen der Nation. Dies gilt vor allem für den Bereich der Wirtschaftsgeschichte. Während die Geschichte des europäischen Integrationsprozesses von den Anfängen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl bis zum Maastricht-Vertrag sich eines regen Forschungsinteresses erfreuen kann, gilt dies umso weniger für Integrationsprozesse, die in Osteuropa zwischen 1945 und 1990 stattgefunden haben. Dabei verfügten die Länder Osteuropas seit der Gründung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe 1949 über ein Instrument, mit dem länderübergreifende Wirtschaftskooperationen ganz im Sinne der internationalistischen Ideologie der herrschenden kommunistischen Parteien organisiert und umgesetzt werden konnten.

Mit meinem Promotionsprojekt möchte ich die Versuche einer Zusammenarbeit der Länder des RGW auf dem Feld der Entwicklungshilfe näher untersuchen. Durch den Prozess der Dekolonisation bot sich den sozialistischen Ländern ein ideales Betätigungsfeld, um die Überlegenheit ihres Entwicklungsmodells und ihrer Ideologie unter Beweis zu stellen. Ich erhoffe mir über die Untersuchung dieses Teils der Ost-Süd-Beziehungen Erkenntnisse über die Anziehungskraft des RGW auf Entwicklungsländer aber auch über die innere Kohäsionskraft des RGW. Welche Machtverhältnisse lassen sich innerhalb des RGW feststellen? War die Sowjetunion der alles bestimmende Hegemon oder konnten sich vielmehr die Staaten der Peripherie wie Ungarn oder die DDR mit ihren Zielen durchsetzen? Inwieweit konnten Entwicklungsländer die Länder des RGW gegeneinander ausspielen und wie reagierten diese auf solche Versuche?

Siehe auch die Projektskizze in Newsletter Nr. 2, Sommersemester 2014, der Graduiertenschule

Curriculum Vitae

Geboren 1989 in Strausberg bei Berlin. Mehrmaliger Preisträger des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, Landessieger des Wettbewerbs Alte Sprachen. 2008-2013 Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Osteuropäischen Geschichte und Volkswirtschaftslehre an der LMU München und CEU Budapest, Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2009-2013 freier Mitarbeiter beim August Dreesbach Verlag und Neumann&Kamp Historische Projekte. 2013-2017 Doktorand der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien in München. Seit 2017 Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte, Abteilung Berlin.

Publikationen

Monografien

Zus. mit Michael Kamp: Geheimdienst und Widerstand. Das Leben des Wolfgang Abshagen (1897-1945), München 2011.

Herausgeberschaften

Seit Mai 2010 Mitherausgeber der Reihe "aventinus nova" der Onlinezeitschrift "aventinus. Studentische Publikationsplattform Geschichte"

Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden

Zus. mit Henning Lautenschläger / Moritz Sorg: Sowjetisch in der Form, "usbekisch" im Inhalt. Geschichtspolitik und Musealisierung in Usbekistan. In: Osteuropa 66 (6-7), S. 237-252.

Zus. mit Anne Dreesbach: "Schön konnte man sie nicht gerade nennen…". Touristische Bilder der Saami. In: Sonja Kinzler / Doris Tillmann (Hgg.): Nordlandreise. Die Geschichte einer touristischen Entdeckung, Berlin 2010, S. 178-188.

Imperialismus als Schicksal der Moderne? Eine kritische Auseinandersetzung mit Max Webers Aufsatz "Der Nationalstaat und die Volkswirtschaftspolitik". In: aventinus nova 27, 30.10.2010.


Nietzsches Übermensch und seine nationalsozialistische Rezeption. In: aventinus varia 16, Winter 2008.

Solving the Enigma. Theories on State Variations in Early Modern Europe. In: aventinus varia 35, 31.08.2012.

Weitere Veröffentlichungen

Eigener Blog auf: http://maxtrecker.com/blog/

Staatssozialismus, Rock und Christentum: Zur Rezeption der Rockoper "István, a király". In: Erinnerungskulturen. Erinnerung und Geschichtspolitik im östlichen und südöstlichen Europa, 19.08.2016.

Gefangen in der "Asiatischen Sackgasse" oder: Viktor Orbáns Wandel. In: Erinnerungskulturen. Erinnerung und Geschichtspolitik im östlichen und südöstlichen Europa, 01.06.2015.

Sovietizing the Periphery. A Comparative Approach, 04.07.2014, München (Tagungsbericht). In: H-Soz-Kult, 19.11.2014.

Migration und Landschaftswandel. Veränderungen der Kulturlandschaft in Ostmitteleuropa im 19. und 20. Jahrhundert, 23.-24.05.2014, München (Tagungsbericht). In: Bohemia 54 (2), 2014, S. 443-446.

Rezensionen

Lucien J. Frary / Mara Kozelsky: Russian-Ottoman Borderlands. The Eastern Question Reconsidered, Madison 2014. In: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 4, 2014, S. 16-18.

Max Trecker, M.A.