Patricia Pfeifer, M.A.

Ehemalige Doktorandin der Graduiertenschule
Affiliated Researcher

Kontakt

Patricia Pfeifer, M.A. (geb. Vidovic)
Seminar für Filmwissenschaft
Universität Zürich (UZH)
Affolternstr. 56
CH-8050 Zürich
Tel.: +41 44 634 3582
Fax: +41 44 634 4910
E-Mail
Website (UZH)

Projekt

BildTransformationen. Aktuelle Positionen im osteuropäischen Film

Projektbeschreibung

Spätestens seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist ein verstärktes wissenschaftliches Interesse an den ostmitteleuropäischen Film- und Kunstproduktionen zu verzeichnen. Die Wende von 1989 zog nicht nur veränderte politisch-wirtschaftliche Bedingungen mit sich, sondern stellte auch die Künstler und Regisseure vor neue Herausforderungen. Während bislang ein politisch-historischer Zugang bei der Analyse und Aufarbeitung von post-sozialistischen Filmen überwiegt, setzt das Forschungsprojekt einen gezielt bildwissenschaftlichen Fokus und dreht die Frageperspektive um: unter dem Stichwort der "BildTransformation" soll gefragt werden, welche visuell-ästhetischen Qualitäten sich seither neu entwickelt haben. Wie können in den Bildern und durch das Bildnerische selbst Prozesse der Transformation thematisiert und verhandelt werden? Welche Modi der Inszenierung und Sichtbarmachung weisen gerade die (audio)visuellen Medien auf, um Momente der Umwandlung sowie Neuordnung zu verarbeiten?

Sei es durch die Hinterfragung unserer Wahrnehmung und Erinnerungsqualität in fotografischen Collagen, der Reorganisation von Geschichte durch Found-Footage-Filme oder eine Parallelisierung unterschiedlicher Wirklichkeits- und Zeitebenen in magisch-realistisch anmutenden Spielfilmen: Jene visualisierten Sprünge und Risse sind es, die eine Durchdringung von filmischer, bildlicher Wirklichkeit und geschichtlicher Realität verhandeln und den Übergang in eine neue Raum-Zeit markieren.

Das interdisziplinär angelegte Dissertationsprojekt nutzt die bestehende Forschungslücke in der Bearbeitung einer visuellen Ästhetik des Post-Sozialismus und hat zum Ziel, eine Auswahl an zeitgenössischen Bildpraktiken aus Film, Fotografie und Bildender Kunst vergleichend zu untersuchen. Im Fokus stehen ostmitteleuropäische Künstler und Regisseure, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass ihre Biographien zwei Gesellschaftssysteme durchschreiten und auch ihre Werke Stile oder Topoi eines «Dazwischen» aufweisen. Durch ein methodisch und strukturell zwischen den Feldern der Bildenden und audiovisuellen Kunst vermittelndes Vorgehen soll versucht werden, sich einer möglichen Ästhetik des Zwischenraums in seiner Vielschichtigkeit zu nähern.

Siehe auch die Projektskizze in Jahresbericht 2012/13 der Graduiertenschule

Betreuung: Prof. Dr. Burcu Dogramaci, Prof. Dr. Fabienne Liptay

Curriculum Vitae

Geboren in Oberhausen. 2006-2012 Studium der Kunstgeschichte, Slavischen Philologie und Europäischen Ethnologie in Bamberg, Paris und München. Magisterarbeit zum Thema "Über das Absurde in der Tschechischen Neuen Welle. Drei Helden der Entfremdung in den Filmen von Pavel Juráček, Evald Schorm und Jan Němec". Von 2009 bis 2012 Stipendiatin des Max-Weber-Programms/Elitenetzwerk Bayern. Im November 2012 Aufnahme als Doktorandin in die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien (München/Regensburg) und Tätigkeit als Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der LMU München. Im Juli/August 2013 einmonatiger Forschungsaufenthalt an der Karls-Universität Prag im Rahmen des BAYHOST-Stipendiums der Universität Regensburg. Seit März 2014 wissenschaftliche Assistentin, Doktorandin und Lehrbeauftragte am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich und Affiliated Researcher der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien..

Publikationen

Aufsätze

"There’s a crack in everything". Zwiegespaltene Körper im Young Hungarian Cinema. In: Corina Erk/Anna-Maria Meyer (Hg.): MOE im Gegenwartsfilm. Marburg 2016. (Im Erscheinen).

"Verbotlos verboten". Der jugoslawische Novi Film. In: Thomas Christen (Hg.): Einführung in die Filmgeschichte, Bd. 2: Vom Neorealismus zu den Neuen Wellen. Filmische Erneuerungsbewegungen 1945–1968, Marburg 2016, S. 420–440.

Subjektive Historiographie. Die ungarische Filmemacherin Márta Mészáros und ihre Tagebuch-Trilogie (1982-1990).
In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 12 (2015), Heft 1, S. 176–187 (Onlineausgabe).

Filmpublizistische Beiträge

Wie perlendes Gold – Die Filme des Prager Frühlings. In: Programmheft des Kino St. Gallen, Oktober 2015, S. 5–8.

White God – Kornél Mundruczó. In: Filmbulletin. Zeitschrift für Film und Kino, 5/2015, S. 25–26.

Tausendschönchen Věra Chytilová.In: Programmheft des Stadtkino Basel, April 2015.

Rezensionen

Was there or was there not a Polish New Wave? Review of "Nouvelle Vague polonaise? Auf der Suche nach einem flüchtigen Phänomen der Filmgeschichte", edited by Margarete Wach/Deutsches Filminstitut, Marburg 2015.In: Studies in Eastern European Cinema (Online, 15 Aug 2016).

Wolfgang Brückner: Bilddenken. Mensch und Magie oder Missverständnisse der Moderne. Münster/New York/München: Waxmann 2013. In: Medienwissenschaft 4/2014, S. 345–346.

Liliya Berezhnaya/Christian Schmitt (Hg.): Iconic Turns. Nation and Religion in Eastern European Cinema since 1989. Leiden/Boston 2013. In: Südost-Forschungen. Internationale Zeitschrift für Geschichte, Kultur und Landeskunde Südosteuropas 72/2013, S. 540–542.

Konrad Klejsa, Schamma Schahadat, Margarethe Wach (Hg.): Der polnische Film. Von seinen Anfängen bis zur Gegenwart. Marburg 2013. In: Medienwissenschaft 3/2013, S. 276–278.

Irma Durakovic/Michael Lommel/Joachim Paech (Hg.): Raum und Identität im Film. Historische und aktuelle Perspektiven. Marburg 2012. In: Medienwissenschaft 3/2013, S. 334–335.

Vorträge

"Something has changed under the Surface. Körperlichkeit und Bildmaterialität in den Filmen des Young Hungarian Cinema". Interdisziplinäre Tagung zum Kino aus und über Ostmitteleuropa, Universität Bamberg, Juli 2015.

"BildTransformationen. Aktuelle Positionen im (ost)europäischen Autorenfilm". Forschungskolloquium des Seminars für Filmwissenschaft der Universität Zürich, Mai 2014.

"On Mi(se)rabilism. Szabalocs Hajdus Bibliothéque Pascal (2010) als Beispiel einer ästhetisch-transitorischen Denkfigur". Internationale Konferenz zum Thema Wendepunkte in der Kultur und Geschichte Ostmitteleuropas, Karoli-Gaspar-Universität Budapest, November 2013.

"Magisch – poetisch – real. Formen des Verstehens im ostmittel- und südosteuropäischen Kino". Vortrag im Rahmen der Eröffnungsfeier der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien München, Juni 2013.

Patricia Vidovic, M.A.