Performativität (WS 2014/15 - SoSe 2017)

Ehemalige Leiter: Prof. Dr. Burcu Dogramaci, Prof. Dr. Christopher Balme

Diese Arbeitsgruppe umfasste Promovierende, Postdocs und Principal Investigators aus vier Disziplinen: Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte, Osteuropäische Geschichte und Slawische Literatur/Filmwissenschaft. Das gemeinsame Forschungsinteresse richtete sich auf Fragestellungen die sich bei der wissenschaftlichen Betrachtung der bildenden und darstellenden Künste ergeben, insbesondere im Hinblick auf Theorien der Performativität. Performativität und Performance sind zu den am häufigsten zitierten Konzepten in den Geistes- und Sozialwissenschaften der letzten zwanzig Jahre geworden. Obwohl sie sich diese Konzepte nicht in Eins setzen lassen, sind sie miteinander verwandt und bezeichnen kulturelle Ausdrucksformen, die bedeutsam sind vor allem im Hinblick auf das, was sie tun und bezwecken, als auf das, worauf sie sich beziehen. Diese Betonung der Praxis - im Unterschied zur Bedeutung -, könnte sich auch als eine Verschiebung von Zeichen, Semantik und Bedeutung - die üblichen geisteswissenschaftlichen Untersuchungsobjekte - hin zur Performance, der sogenannten "performativen Wendung", äußern. Betrachtet man die Welt als eine Performance, so verlagert sich der Blick von Phänomenen der Referenzialität, Unveränderlichkeit und Lesbarkeit hin zu Fragen nach Vergänglichkeit, Prozesshaftigkeit und Zuschauerschaft. Ob in Politik, Geschichte, Literaturwissenschaft oder Kunstgeschichte, Performativität führt unaufhaltsam zu Performances jeglicher Art, die von politischen Zeremonien bis hin zu Museumsinstallationen reichen, von Hochzeiten bis zu Demonstrationen, von Subjektivität bis zu Ethnizität. Wo Schauspieler und Zuschauer (im weitesten Sinne) sind, gibt es Performativität.

Vergangene Aktivitäten ...

Ehemalige Mitglieder: