Graduiertenschule auf dem 51. Deutschen Historikertag in Hamburg

20.09.2016 (16:20)

Mitglieder stellen ihre Forschung auf größtem geisteswissenschaftlichen Kongress Europas vor - Graduiertenschule präsentiert sich in der Fachausstellung

Eröffnungsveranstaltung mit M. Schulze Wessel (Mitte), dem indischen Botschafter G. Singh und dem Ersten Bürgermeister O. Scholz (links bzw. rechts daneben)

„Glaubenfragen“ lautet das Motto des 51. Deutschen Historikertags, an dem vom 20. bis 23. September 2016 in Hamburg mehrere Mitglieder der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien teilnehmen und ihre Forschung zur Diskussion stellen. Im Rahmen der begleitenden Fachausstellung präsentiert sich die Graduiertenschule außerdem als Einrichtung. Martin Schulze Wessel, der Münchner Sprecher der Graduiertenschule, scheidet am Ende des Kongresses turnusgemäß aus seinem Amt als Vorsitzender des Deutschen Historikerverbands aus.

 

Wenn sich vom 20. bis 23. September 2016 an der Universität Hamburg Historikerinnen und Historiker aus aller Welt zum 51. Deutschen Historikertag treffen, sind auch mehrere Mitglieder der Graduiertenschule dabei. Ihre Forschungsarbeit präsentieren die Professoren Martin Schulze Wessel, Guido Hausmann, Ger Duijzings sowie die Doktorandin Helena Holzberger und der Doktorand Gerhard Grüßhaber. Vor Ort sind außerdem der Postdoktorand Mykola Borovyk sowie für die Geschäftsstellen Christoph Hilgert; beide betreuen unter anderem den Stand der Graduiertenschule in der Fachausstellung. Weitere Angehörige der Graduiertenschule wie Marie-Janine Calic oder Margit Szöllösi-Janze besuchen Sektionen und beteiligen sich an den Diskussionen. Ein Wiedersehen gibt es außerdem mit den Alumni Ekaterina Makhotina und Arnošt Štanzel sowie Honorary Research Associate Martin Aust

In seiner Funktion als Vorsitzender des VHD eröffnete Prof. Dr. Martin Schulze Wessel, der Münchner Sprecher der Graduiertenschule, am Dienstag, dem 20. September 2016, im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Stadt Hamburg, Olaf Scholz, sowie des indischen Botschafters, Gurjit Singh, den 51. Deutschen Historikertag. Er wird am Donnerstagabend auch zur Festveranstaltung des VHD sprechen, wenn die Preise für herausragende Forschungsarbeiten überreicht werden. Weil Schulze Wessels Amtszeit als VHD-Vorsitzender mit diesem Historikertag endet, gebührt ihm außerdem die Ehre, am Freitag, dem 23. September 2016, den Abschlussvortrag zu halten. Der Vortrag trägt den Titel: „Divergenz und Konvergenz in der europäischen Geschichte seit den 1960er Jahren“.

Mit dem Motto „Glaubensfragen“ spricht der 51. Deutsche Historikertag insbesondere religionshistorische, aber auch wissenschaftsgeschichtliche und geistesgeschichtliche Arbeitsfelder an; zugleich lädt das Motto des größten geisteswissenschaftlichen Fachkongresses Europas zur Selbstreflexion über die Grundlagen der Geschichtswissenschaft ein. Aspekte der osteuropäischen Geschichte sowie transregionale Fragestellungen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Am Doktorandenforum des Historikertags nehmen Helena Holzberger und Gerhard Grüßhaber als Promovierende der Graduiertenschule in München teil; zudem ist der ehemalige Gastwissenschaftler Jaromír Mrňka zugegen. Sie stellen ihre Dissertationsvorhaben in der kongressbegleitenden Posterausstellung im Campuszelt vor dem Audimax der Universität Hamburg vor. Holzberger verfasst derzeit in München eine Arbeit mit dem Titel „Russlands Orient im Fokus. Fotografie in Zentralasien zwischen kolonialen Bilderwelten, lokalen Studios und sowjetischer Moderne, 1870-1941“; Grüßhaber forscht ebenfalls in München zum „‚Deutschen Geist‘ in der osmanischen/türkischen Armee, 1908-1938. Eine Transfergeschichte militärischen Denkens“.

In der Sektion „75 Jahre Babyn Jar: Erinnerungen von Juden, Ukrainern und Deutschen“ diskutieren Prof. Martin Schulze Wessel und Prof. Dr. Guido Hausmann am Mittwochvormittag die Hintergründe und über die unterschiedlichen Erinnerungen an das deutsche Massaker während des Zweiten Weltkriegs. die Veranstaltung wird von der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission angeboten, deren Vorstand beide Mitglieder der Graduiertenschule angehören.

Am Mittwochnachmittag ist Prof. Dr. Martin Schulze Wessel zudem Teilnehmer des aktuellen Podiums „Schwierige Partnerschaften? Deutschlands Beziehungen zu den USA und Russland“, das im Redaktions- und Verlagsgebäude des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in der Hamburger HafenCity stattfindet.

Prof. Dr. Ger Duijzings trägt am Donnerstagvormittag in der Sektion „Opferbilder. Viktimisierung im transepochalen und interkulturellen Vergleich (1400-2000)“ vor. Sein Beitrag betrachtet das Phänomen der „Viktimisierung im Kontext der militärischen Konflikte im ehemaligen Jugoslawien“ und bringt kulturanthropologische Perspektiven in die Diskussion ein.

Ebenfalls am Donnerstagvormittag ist Prof. Guido Hausmann mit dem Vortrag „Bollwerk(e) gegen die ausländische Gefahr: Historische Kontinuitäten gegenwärtiger Geschichtsbilder in der Ukraine“ zu hören. Das Papier ist Teil der Sektion „Mythos Bedrohung - Mythos Sicherheit: Schutzwallvorstellungen im östlichen Europa des 20. und 21. Jahrhunderts“.

In der Sektion „Fachinformation in der digitalen Transformation: Erfahrungen - Beobachtungen - Perspektiven“ am Freitagmorgen diskutiert wiederum Prof. Dr. Martin Schulze Wessel über die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Fachinformationswesen. Im Anschluss moderiert er das Podium „Religionsgeschichte heute. Ein Gespräch zwischen den Disziplinen“. Am Nachmittag ist Schulze Wessel dann Diskussionsteilnehmer in einer Runde zur „Rolle des Internationalen Historikerverbandes in der internationalen Historiographie“.

Ebenfalls am Freitag findet die Sektion „Wie es wirklich war - Repräsentationen von Geschichte im öffentlichen Raum. Wege zu einem geschichtswissenschaftlichen Forschungsprogramm in der Public History“ statt, die Dr. Christoph Hilgert mitveranstaltet. Er trägt darin über „Den Reiz der gefühlten Wahrheit. Geschichte(n) erzählen in den Massenmedien“ vor.

Der Messestand der Graduiertenschule, der allerlei Informationen zu ihrer Arbeit bereithält, befindet sich im Themenbereich Östliches Europa (im Hauptgebäude der Universität, Ostflügel, 1. OG) der Fachausstellung des Historikertags.

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