IOS auf dem Weg zum Leibniz-Institut

21.04.2016 (13:28)

Wissenschaftsrat spricht sich für die Aufnahme des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung in die Leibniz-Forschungsgemeinschaft aus

Der Wissenschaftsrat hat sich für die Aufnahme des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) in die Leibniz-Forschungsgemeinschaft ausgesprochen. Am 18. April 2016 wurde die positive Bewertung des Aufnahmeantrags verkündet. Die Entscheidung selbst trifft im Juni die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK). Das IOS beteiligt sich als außeruniversitäre Einrichtung an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien.

Der Wissenschaftsrat hat sich für die Aufnahme von fünf geistes- und sozialwissenschaftlichen Instituten in die Leibniz-Gemeinschaft ausgesprochen (Pressemitteilung). Neben dem IOS sind dies das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) in Leipzig, das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) in Schleswig, das Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft und das Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin. Überdies befürwortet der Wissenschaftsrat die strategische Erweiterung des GESIS – Leibniz-Instituts für Sozialforschung um eine integrierte Erhebungs- und Dateninfrastruktur. Dies käme einer deutlichen Stärkung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland gleich.

Der Wissenschaftsrat begründet seine Empfehlung zur Aufnahme des IOS in die Leibniz-Gemeinschaft mit dessen deutschlandweit einzigartiger Verbindung aus geschichts- und wirtschaftswissenschaftlicher Forschung. Das international renommierte Institut überzeuge durch exzellente Forschungsleistungen, von denen für die Weiterentwicklung beider Fächer wichtige Impulse ausgingen. „Mit Schwerpunkten wie Arbeit, Migration und Konfliktforschung trägt das IOS dazu bei, wissenschaftlich und gesellschaftlich aktuellen Themen und Debatten die erforderliche historische und ökonomische Tiefe zu verleihen. Der nächste Schritt muss nun sein, diese Kompetenzen auch stärker für die Politikberatung zu nutzen“, erklärte Manfred Prenzel, Vorsitzender des Wissenschaftsrates. Für die wissenschaftlichen Fachgemeinschaften erbringe das Institut hochwertige Informationsinfrastrukturleistungen etwa in Gestalt von Datenbanken, Zeitschriften und Beiträgen zu wichtigen Online-Fachportalen. Ebenso wie das GWZO sei das IOS hervorragend mit seiner Forschungsregion vernetzt und bilde eine wichtige Brücke zum östlichen und südöstlichen Europa.

Das Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) in Regensburg ist 2012 aus der Fusion zweier traditionsreicher Vorgängereinrichtungen hervorgegangen. Es beteiligt als eines von insgesamt sieben außeruniversitären Einrichtungen mit einschlägiger Expertise für die Region Ost- und Südosteuropa an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien.

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