Aleida Assmann zu Gast in der Studiengruppe "Kultur, Sinn, Orientierung"

30.06.2013 (10:02)

Im Juni 2013 folgte Aleida Assmann einer Einladung in unsere Studiengruppe »Kultur, Sinn, Orientierung«, um sich mit uns über das Thema Erinnerung im globalen Zeitalter auszutauschen. Zur Einführung hielt sie einen Vortrag über Bedingungen, Möglichkeiten und Hindernisse transnationalen Erinnerns. Am Beispiel des »Hauses
der Europäischen Geschichte«, einer Initiative des Europaparlaments, zeigte sie Bestrebungen, einen Rahmen für ein gemeinsames europäisches Geschichtsnarrativ zu schaffen. Dabei erweise sich die Kluft zwischen nations- oder
generationsbedingt divergierenden Perspektiven auf die Vergangenheit wiederholt als Hindernis. Ausgehend von einer allgemeinen Skepsis gegenüber dem Versuch, miteinander konkurrierende nationale Erinnerungskulturen
in ein gemeinsames europäisches Narrativ zu überführen, entspann sich im Anschluss an den Vortrag eine rege Diskussion, in der das Konzept der Transnationalität und der Bedarf nach einem Masternarrativ grundlegend hinterfragt wurden. Aleida Assmann interessierte sich auch für die verschiedenen Dissertationsvorhaben, beantwortete projektbezogene Fragen und gab hilfreiche Anregungen. Bei einem gemeinsamen Abendessen wurde die Diskussion fortgesetzt.
— Henriette Reisner & Darina Majernikova

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