Burcu Dogramaci: Fotografieren und Forschen. Wissenschaftliche Expeditionen mit der Kamera im türkischen Exil nach 1933

15.11.2013 (11:23)

Fotografieren und Forschen, Cover: Jonas-Verlag Marburg

Das Buch widmet sich der Tätigkeit deutscher Wissenschaftler in der Türkei in den 1930er-Jahren und untersucht,
wie sie die damals neuen Kleinbildkameras für ihre Forschungsvorhaben einsetzten. Die Kinderärzte
Albert und Erna Eckstein waren wie die Zoologen Curt und Leonore Kosswig, der Architekt Gustav Oelsner, der Indologe Walter Ruben und der Alt-Philologe Georg Rohde vor den Nationalsozialisten in die Türkei
geflohen. Auch der Komponist Paul Hindemith wirkte ab 1935 für mehrere Jahre als Berater der türkischen
Regierung. Mit ihren Fotoapparaten erkundeten sie das ihnen fremde Land, widmeten sich Baukultur, Kulturgeschichte,  Landschaften und Menschen. In ihren Fotografien manifestieren sich spezifische Interessen, die wissenschaftliche Fragestellungen berühren. »Fotografieren und Forschen« artikuliert die These, dass die Motivation zur Auseinandersetzung mit der Türkei auf ein Assimilierungsbedürfnis zurückging,  das mit einem wissenschaftlichen wie fotografischen Interesse korrespondierte: Fotografie als zentrales und sehr persönliches Medium der Welt- und Wissensaneignung in der Emigration.

Burcu Dogramaci: Fotografieren und Forschen. Wissenschaftliche Expeditionen mit der Kamera im türkischen Exil nach 1933, Jonas-Verlag, Marburg 2013.

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