[Call for Applications] Nachwuchsworkshop "Krieg, Revolution und Staatsgründung in der Ukraine (1914-1923)"

12.07.2017 (08:19)

Eine Veranstaltung der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission vom 26.-30. September 2017 in Kyjw

Vom 26. bis 30. September 2017 organisiert die Deutsch-Ukrainische Historikerkommission den Nachwuchsworkshop "Krieg, Revolution und Staatsgründung in der Ukraine (1914-1923)" in Kyjiw. Promovierende und fortgeschrittene Studierende in Master-Programmen sind herzlich eingeladen, sich bis zum 30. Juli 2017 zu bewerben.

Das Revolutionsjahr 1917 stellt für viele Ukrainer bis heute einen traumatischen Erinnerungsort dar, der vor allem mit den gescheiterten Staatsgründungsversuchen verbunden wird. Das Revolutionsjubiläum soll in diesem Jahr in der Ukraine ganz im Zeichen der „nationalen ukrainischen Revolution“ begangen werden, in deren Mittelpunkt die nationale Bewegung des ukrainischen Volkes und der Kampf um die Staatsgründung standen. Diese Sichtweise revidiert das alte sowjetische Narrativ der „Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“ Gesamtrußlands, wonach die Revolution in der Ukraine ausschließlich als Kampf sozialer Klassen verstanden wird und das den kurzlebigen ukrainischen Nationalstaaten der Jahre 1917 bis 1920 nur marginale Bedeutung zumaß. Zuweilen wird in diesem nationalen ukrainischen Narrativ jedoch den sozialen Aspekten der Revolution zu wenig Beachtung geschenkt. Es bedarf anderer Sichtweisen, die die nationalen und sozialen Faktoren des Revolutionsjahres in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit und Verflechtung integrieren und zudem die verschiedenen lokalen und regionalen Revolutionsgeschichten im ehemaligen Russischen Imperium miteinander verknüpfen.

Die Deutsch-Ukrainische Historikerkommission lädt Promovierende und fortgeschrittene Studierende in Master-Programmen zu einem Seminar ein, bei dem integrierende Perspektiven auf die Geschichte des Revolutionsjahres 1917 im größeren zeitlichen Kontext von Erstem Weltkrieg, Revolution und Bürgerkrieg in der Ukraine (1914-1923) entwickelt werden sollen. Unter anderem sollen dabei Fragen der ukrainisch-deutschen Verflechtungsgeschichte aufgegriffen, verschiedene ukrainische Regionen in den Blick genommen und transregionale Prozesse jenseits der Zentren einbezogen werden.

Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Kyjiw statt und besteht aus zwei inhaltlichen Teilen. Während der ersten drei Tagen des Seminars sollen eigene Forschungsarbeiten der ukrainischen und deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorgestellt und untereinander sowie mit weiteren ExpertInnen diskutiert werden. Dies können Promotionsprojekte oder auch Arbeiten im Rahmen von Masterstudiengängen sein, die sich mit der Geschichte des Ersten Weltkriegs, der Revolutionen von 1917 oder des anschließenden Bürgerkriegs beschäftigen. Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse des Workshops auf der Jahreskonferenz der DUHK in Kyjiw, die vom 28. bis 30. September stattfinden wird, knapp und überblicksmäßig präsentiert.

Das Seminar findet unter der Leitung von Prof. Dr. Yaroslav Hrytsak (Ukrainische Katholische Universität L’viv) und Prof. Dr. Tanja Penter (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) statt.

Insgesamt stehen zwölf Plätze zur Verfügung. Die Gruppe sollte sich möglichst zu gleichen Teilen aus Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland und der Ukraine zusammensetzen. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Ukrainisch mit Übersetzung statt.

Die Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden von den Veranstaltern übernommen. Außerdem wird ein Reisekostenzuschuss für die Anreise aus Deutschland in Höhe von maximal 200 Euro gewährt.

Wir möchten Interesseierte bitten, eine Bewerbung mit Lebenslauf, einem kurzen Motivationsschreiben sowie einem Exposé ihres Forschungsvorhabens (maximal 300 Wörter) gebündelt zu einer PDF-Datei bis zum 30. Juli 2017 an folgende Adresse zu schicken: kateryna.kudin@lrz.uni-muenchen.de.

Die Deutsch-Ukrainische Historikerkommission (DUHK) hat im Februar 2015 ihre Arbeit aufgenommen. Sie steht für die institutionelle Verbindung zwischen deutscher und ukrainischer Geschichtswissenschaft und fördert die Verbreitung des Wissens um die deutsche und ukrainische Geschichte. Die DUHK wurde im September 2014 vom Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) initiiert und im Februar 2015 gemeinsam mit dem Ukrainischen Historikerverband eingerichtet. Mit Prof. Dr. Martin Schulze Wessel und Prof. Dr. Guido Hausmann gehören zwei Mitglieder der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der deutschen Sektion der DUHK an.

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